Kinder- und Jugendarbeit / Inklusion

Gemeinsam unterschiedlich: "Innovationspreis" 2014 an drei inklusive Kulturprojekte vergeben

Eine Gruppe von bunten Spielpüppchen
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Den mit insgesamt 18.000 Euro dotierten Innovationspreis des Fonds Soziokultur teilen sich in diesem Jahr gleichberechtigt der Förderverein der Grundschule "Miriam Lundner" in Halberstadt, das inklusive Hamburger Netzwerk "barner 16" und die Dortmunder Initiative "Kreativität inklusive".

Die drei Initiativen wurden von der Preisjury des Fonds am 4. Dezember 2014 für ihre beispielhafte Kulturarbeit prämiert.

Nach Auffassung der Jury zeichnen sich die ausgewählten Projekte durch einen inklusiven Ansatz aus, der – trotz jeweils unterschiedlicher Akzentsetzungen – nicht die Behinderung in das Zentrum der Kulturarbeit rückt, sondern das gemeinsame kreative Gestalten aller betont und dabei Wert auf die künstlerische Qualität legt. Für den Preis nominiert waren Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet, die sich mit künstlerischen Mitteln dem vom Fonds vorgegebenen Leitthema "Inklusion" widmeten.

So ist es dem Förderverein der Halberstadter Grundschule bei dem Projekt "WIR machen Theater" in besonderer Weise gelungen, die kreativen Potenziale von 80 Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung zu entwickeln und zu fördern. Von der Gestaltung des Bühnenbildes über die musikalische Begleitung bis hin zur Choreographie der Einzelszenen stellten sie mit Unterstützung von Theaterprofis und PädagogInnen innerhalb eines halben Jahres ein eigenes Stück zum Thema Zeitnot auf die Beine.

Bei "change your mind / hexflash" vom Hamburger Netzwerk "barner 16" zeigte sich die Jury beeindruckt von der Idee, Hänsel und Gretel in den Großstadtdschungel zu versetzen und daraus ein inklusives Street-Art-Musical zu entwickeln. Neben Künstler(inne)n mit und ohne Behinderung wirkten an diesem Projekt rund 40 sozial benachteiligte Jugendliche mit.

Die Dortmunder Initiative "Kreativität inklusive" schließlich versammelte rund 30 Akteure aus Freier Theaterszene, Behindertenverbänden und der Max-Wittmann-Förderschule, um eine inklusive Fassung des "Kleinen Prinzen" zur Aufführung zu bringen. Die Theaterrevue frei nach Antoine de Saint-Exupéry bestach vor allem durch die heiter bis selbstironisch angelegten Reflexionen zu den Hindernissen des Menschseins in unterschiedlichen Lebenssituationen. Auch der Rahmen der Aufführung war so gestaltet, dass Menschen mit und ohne Behinderung Theater erleben konnten.

Die öffentliche Preisverleihung wird voraussichtlich im März 2015 stattfinden.

Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem sieben Bundesverbände der soziokulturellen Arbeit angehören. Er fördert beispielhafte Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Alle zwei Jahre verbindet der Fonds seine Mittelausschreibung mit der Vorgabe eines Leitthemas und der Auslobung des "Innovationspreises Soziokultur". Der Innovationspreis versteht sich als zusätzlicher Anreiz zur Entwicklung von beispielhaften Projekten zum ausgewählten Thema.

Weitere Informationen gibt es unter www.fonds-soziokultur.de.

Quelle: Fonds Soziokultur vom 10.12.2014

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