Kinder- und Jugendarbeit

Gelbe Hand verliehen: Jugendliche aus ganz Deutschland senden klare Absage an Rassismus und Rechtsextremismus

Hände und Arme
Bild: © Joachim Wendler - Fotolia.com

Im Gewerkschaftshaus in Stuttgart verlieh der Verein "Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V." am Freitag, dem 23. März zum siebten Mal die Gelbe Hand.

Die Auszeichnung wird für besonderes Engagement für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus in der Arbeitswelt und Gesellschaft an Berufsschülerinnen, Berufsschüler und alle Jugendlichen, die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden aus ganz Deutschland, vergeben.

Einmalig in diesem Jahr wurden zwei weitere Preise zum Thema „Verwischte Spuren – Würde und Widerstand im Alltag“ verliehen. Die gemeinsame Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Kumpelvereins erinnert an die Besetzung von Gewerkschaftshäusern und der Inhaftierung von Gewerkschaftern durch Nationalsozialisten am 2. Mai 1933.

Giovanni Pollice, Vorsitzender des Kumpelvereins würdigte in seinem Grußwort das Engagement der teilnehmenden Jugendlichen: "Ich bin überwältigt über Eure Kreativität. Überwältigt bin ich auch von der Zahl der eingereichten Beiträge. Noch nie hatten wir so viele, nämlich 113. Die Ergebnisse spiegeln die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für Gleichbehandlung wider. Pollice appellierte an die versammelten Gäste: „In Deutschland darf kein Klima der Intoleranz gegen Minderheiten entstehen. Notwendig sind Respekt und Sicherheit für alle.“

Das Engagement der Jugendlichen ehrten auch die Laudatorinnen und Laudatoren: Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft und Schirmherr des Wettbewerbs, Marion v. Wartenberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und Vertreterin von Ministerpräsident Winfried Kretschmann als zweitem Schirmherrn sowie Nikolaus Landgraf, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg und Bernd Glaser, DGB-Landesjugendsekretär in Baden-Württemberg.

Alexander Kircher: „Für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist es ganz selbstverständlich, sich gegen Fremdenfeindlichkeit einzusetzen. Deshalb ist es uns auch ein besonderes Anliegen, den Wettbewerb der „Gelben Hand“ zu unterstützen. Ausgrenzung und Rassismus haben in der Arbeitswelt nichts verloren. Das hat auch der diesjährige Wettbewerb eindrucksvoll unter Beweis gestellt“
Marion von Wartenberg beschrieb, wie Vorurteile und Ablehnung sich zu fremdenfeindlichen und rassistischen Einstellungen verfestigen können. Die Preisträgerinnen und Preisträger bewiesen in ihren Wettbewerbsbeiträgen, wie wichtig es sei, gegen Vorurteile mit Sachwissen anzugehen und sich gegen jede Form der Diskriminierung in der Ausbildung, am Arbeitsplatz und in der Schule zur Wehr zu setzen. Es sei ein zentrales bildungspolitisches Ziel der Landesregierung, die jungen Menschen in den Schulen darin zu bestärken, sich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus zu wehren und aktiv zu werden. Sie dankte den Jugendlichen und jungen Erwachsenen für ihr vorbildhaftes Engagement.
 
Nikolaus Landgraf erinnerte an den Tag als die freie deutsche Gewerkschaftbewegung am 2. Mai 1933 endgültig zerschlagen wurde und dankte den Jugendlichen für ihren Beitrag zur gewerkschaftlichen Erinnerungskultur. Die prämierten Beiträge seien ein gutes Beispiel für gelebten Geschichtsunterricht und sollten Vorbild für noch zu realisierende Projekte in anderen Orten sein.

Auch in diesem Jahr gelang es dem Kumpelverein, Jugendliche zu motivieren, ihre Stimme gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu erheben und aktiv zu werden. Die Gewinnerinnen und Gewinner machten in ihren Beiträgen deutlich, dass sie in einer offenen und von Akzeptanz geprägten Gesellschaft leben möchten.

Den ersten Preis gewannen die Auszubildenden der Stadtwerke Düsseldorf. Mit einem Kurzfilm führten die Azubis sehr plastisch vor Augen, wie leicht jede und jeder auf bestehende Vorurteile hereinfällt und mahnten: „Lass dich nicht täuschen!“ Mit dem zweiten Preis wurde der Bezirksjugendvorstand ver.di Weser-Ems für einen Film zur Situation von Asylbewerbern in Deutschland ausgezeichnet. Der dritte Preis ging an „open eyes“, eine Jugendinitiative gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus an der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe in Dresden für die Entwicklung einer internationalen Stadtrallye durch Dresden.

Mit dem Sonderpreis DGB Jugend NRW wurde das Projekt „Keiner kommt von hier“ der Herner Kultur-Kooperative DENK MAL!, des Schülerprojekts „Kohlengräberland“ der Erich-Fried-Gesamtschule Herne und der lokalen Gewerkschaftsjugend ausgezeichnet. Das Projekt zeigt, dass die Zusammengehörigkeit der in Deutschland lebenden Menschen nicht von der Herkunftsgeschichte der eigenen Familie, sondern aus der simplen Tatsache, dass alle ein Teil derselben Gesellschaft sind, kommt. Schülerinnen und Schüler der Justus-von-Liebig-Schule in Mannheim erhielten für ihr Projekt „Das geht uns alle an! Wir von der Justus sind aktiv gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit“ gleich zwei Sonderpreise: Baden-Württemberg und DGB Jugend Baden-Württemberg.

Die Preise zum Sonderthema „Verwischte Spuren – Würde und Wiederstand im Alltag“ gingen in das Ruhrgebiet. Mit dem 1. Preis wurde ein Kooperationsprojekt der ver.di-Jugendgruppe und JAV-Stadtverwaltung Herne, der DGB-Geschichtswerkstatt Herne und dem Schülerprojekt „Kohlengräberland“ der Erich-Fried-Gesamtschule Herne ausgezeichnet. Die DGB Jugend Duisburg/Niederrhein erhielt den 2. Preis. Die Projekte erinnern an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten und die einzelnen Schicksale der sich gegen die Hitler-Diktatur wehrenden Gewerkschaftlerinnen und Gewerkschaftler.

Mehr Informationen zu den prämierten Beiträgen:
 
1. Preis: Film:, Auszubildende der Stadtwerke Düsseldorf:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODcyOA_.html

2. Preis: Film: Schweigen ist nicht immer Gold – Asyl(un)recht in der Bundesrepublik, Bezirksjugendvorstand ver.di Weser-Ems:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODY0OQ_.html

3. Preis: Eine interkulturelle Stadtrallye durch Dresden, open eyes – Berufsschülerinitiative:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODcyMg_.html

Sonderpreis DGB Jugend NRW: „Keiner kommt von hier!“ – Vom Weggehen, Ankommen und Hierbleiben, Herner Kultur-Kooperative DENK MAL! und Schülerprojekt KOHLENGRÄBERLAND Erich-Fried-Gesamtschule Herne:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODY1Mg_.html

Sonderpreis DGB Jugend Baden-Württemberg: Das geht uns alle an! Wir von der Justus sind aktiv gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Farbtechnik und Raumgestaltung Mannheim:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODc0NQ_.html

Sonderpreis Baden-Württemberg: Das geht uns alle an! Wir von der Justus sind aktiv gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Farbtechnik und Raumgestaltung Mannheim:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODc0NQ_.html

Sonderpreis zum Sonderthema „Verwischte Spuren – Würde und Widerstand im Alltag: 1. Preis: ver.di-Jugendgruppe und JAV-Stadtverwaltung Herne DGB-Geschichtswerkstatt Herne Schülerprojekt KOHLENGRÄBERLAND Erich-Fried-Gesamtschule Herne:
http://kumpelverein.de.migration-online.de/beitrag._aWQ9ODcyNA_.html

Sonderpreis zum Sonderthema „Verwischte Spuren – Würde und Wiederstand im Alltag“: 2. Preis: DGB Jugend Duisburg/Niederrhein: http://www.gelbehand.de/beitrag._aWQ9ODEwNg_.html

Quelle: Mach meinen Kumpel nicht an! - für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V.