Kinder- und Jugendarbeit

ERGO Stiftung: Jugend & Zukunft vergab 100.000 Euro an Jugendprojekte

Die Preisträger des Förderpreises 2011 der ERGO-Stiftung
Bild: obs/ERGO Stiftung: "Jugend & Zukunft" Von links nach rechts: Dr. Johannes Lörper (Mitglied des Vorstands der ERGO Lebensversicherung und Vorstandsvorsitzender der ERGO Stiftung: Jugend & Zukunft), Herbert Reinthal, Wolfgang Guth (1. Platz, Köln), Hanna Christian, Ralf Henningsmeyer (2. Platz,

Filme und Fotos standen beim diesjährigen Nationalen Förderpreis der ERGO Stiftung: Jugend & Zukunft im Mittelpunkt. Unter dem Motto "Bewegte Bilder - Bilder bewegen" erhielten insgesamt elf Projekte zusammen 100.000 Euro Fördergelder für ihre Kinder- und Jugendarbeit. Die feierliche Preisverleihung fand am 9. November 2011 in Hamburg statt.

"Die Unterstützung von persönlichkeitsbildenden Foto- und Filmprojekten ist heute ein wichtiger Beitrag zur Förderung von Kindern und Jugendlichen. Gerade die Medien Foto und Film bieten ihnen gute Möglichkeiten, ihre eigene Bilderwelt mit ihren Emotionen und Fantasien nach außen zu tragen", so die Schirmherren Michael Ballhaus, Kameramann, und Hark Bohm, Schauspieler und Filmregisseur. Die Jury legte bei der Auswahl der Initiativen besonderen Wert auf einen fördernden, heilenden oder integrierenden Ansatz. Unter diesen Aspekten belegte das Kölner Projekt "ChorweilerCosmosFuture" des Vereins Bürgerzentrum Chorweiler der Stadt Köln den ersten Platz (25.000 Euro). Platz 2 (20.000 Euro) ging nach Hamburg an die Gemeinwesenarbeit St. Pauli e.V. mit der "Jugendfilmwerkstatt St. Pauli". Drittplatzierter mit 15.000 Euro Fördergeld ist "Durchgeblickt - Gewalt im Sucher" der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung aus Goslar. Acht weitere nominierte Projekte zeichnete die Jury mit Anerkennungspreisen von je 5.000 Euro aus.

1. Preis: "Und Schnitt" heißt es täglich für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren im "ChorweilerCosmosFuture", initiiert vom Bürgerzentrum Chorweiler der Stadt Köln. Beim Produzieren eigener Reportagen, Filme und Sendungen bekommen die Teilnehmer durch die Schauspielerei sowie die Arbeit an Bild, Ton und Schnitt professionelle Einblicke in die Medienwelt. Auf diese Weise werden die Kreativität und das Miteinander aller Teilnehmer gefördert und ihnen erste Einblicke in ein mögliches Berufsfeld gewährt. Die umgesetzten Themen stammen aus dem direkten Lebensumfeld der beteiligten jungen Menschen. Dank des Mediums Film können sie all das nach außen tragen, was ihnen am Herzen liegt. Nach Fertigstellung werden die Produktionen der Teilnehmer auf der Internetseite des Projektes (http://chorweiler-filmschule.de) veröffentlicht.

2. Preis: Lebensräume und -träume sichtbar machen - damit beschäftigt sich die "Jugendfilmwerkstatt St. Pauli" der Gemeinwesenarbeit St. Pauli e.V. aus Hamburg. Drei Jahre lang setzen sich Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren mit dem Medium Film kreativ auseinander. Die Teilnehmer arbeiten in Gruppen, beispielsweise in den Bereichen Regie, Drehbuch und Schauspiel. Jedes Team produziert unter professioneller Anleitung Filme, die anschließend - je nach Machart - im Kino, auf Filmfestivals, im Netz oder im regionalen TV ausgestrahlt werden. Alle Filme setzen sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinander. Die Jugendlichen sind dabei für alles verantwortlich: von der Idee für das Drehbuch bis hin zur Nachproduktion. Auf diese Weise werden soziale Fähigkeiten geschult und filmisches Know-how vermittelt. Weitere Informationen finden sich unter www.gwa-stpauli.de.

3. Preis: "Durchgeblickt - Gewalt im Sucher": Unter diesem Motto arbeitet die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Goslar mit 13- bis 18-jährigen zusammen, die stationär betreut werden. Da die Teilnehmer über massive Gewalterfahrung verfügen, wurde dieses Thema auch für das Projekt gewählt. So können die Betroffenen ihre Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringen und sich mit ihrer Vergangenheit aktiv auseinandersetzen. Zunächst erlernen die Jugendlichen Fototechniken, anschließend besuchen sie eine Ausstellung. Den Abschluss bildet eine Exkursion auf einen Schrottplatz: Dort können gewalttätige Handlungen kontrolliert ausgeübt und mit der Kamera festgehalten werden. Pädagogen und Fotografen begleiten das Projekt (http://bs-hilft-dir.de). Eine Ausstellung und ein Bildband präsentieren die Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Die diesjährigen Anerkennungspreise, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind, erhielten:

  •    "Bewegte Bilder lernen laufen" der Pankower Früchtchen aus Berlin
  •    "Hingucker" vom Humanistischen Verband Deutschland, LV Berlin
  •    "Rotkäppchen" des Gehörlosenverbands Berlin
  •    "einfach schön" des Vereins Mädchentreff Bielefeld
  •    "Mein Stadtteil ändert sich" des Vereins Nöldekestraße aus Hamburg
  •    "KurzFilmSchule" der KurzFilmAgentur Hamburg
  •    "MobileMovie - Urbane Mobilität im künstlerischen Handy-Film" vom jaf - Verein für Medienpädagogische Praxis Hamburg und dem Gymnasium Meiendorf
  •    "CROSSOVER Malstatt" vom label m - Werkstatt für Jugendkultur aus Saarbrücken

Quelle: ERGO Stiftung: "Jugend & Zukunft" vom 10.11.2011

Info-Pool