Kinder- und Jugendarbeit / Bildungsforschung

Erasmus-Studie: Auslandsaufenthalt halbiert Gefahr von Arbeitslosigkeit

Mädchen mit Globus und Pass
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Sie bekommen schneller einen Job, werden seltener arbeitslos, gehen eher ins Ausland und suchen sich häufiger ihren Lebenspartner in einem anderen europäischen Land: Die EU-Kommission hat heute (Montag) eine umfassende Studie vorgestellt, die zeigt, wie sich ein Stipendium des EU-Austauschprogramms Erasmus auf die Karriereaussichten und den Lebensweg der Stipendiaten auswirkt.

80.000 Studierende und Unternehmen aus 34 europäischen Ländern haben daran teilgenommen.

„Die Ergebnisse der Studie zur Wirkung von Erasmus sind sehr aufschlussreich, insbesondere angesichts der unannehmbar hohen Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Die Studie belegt: Wenn man zum Studieren oder für ein Praktikum ins Ausland geht, erhöht man damit sehr wahrscheinlich seine Beschäftigungschancen. Mit den Stipendien im Rahmen des neuen Programms Erasmus+ werden zwischen 2014 und 2020 bis zu vier Millionen Menschen die Möglichkeit erhalten, Auslandserfahrung zu sammeln – sei es während des Studiums, der Ausbildung oder für Lehr- oder Freiwilligentätigkeiten“, erklärte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou.

Die Wahrscheinlichkeit, über längere Zeit arbeitslos zu werden, ist bei ehemaligen Erasmusstudierenden nur halb so groß. Fünf Jahre nach ihrem Studium ist die Arbeitslosenquote um 23 Prozent niedriger als bei Studierenden ohne Auslandserfahrung. Fast jeder zehnte Erasmusstudierende hat nach einem Auslandspraktikum den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

Erasmusstudenten erlangen zudem bei ihrem Auslandsaufenthalt Kompetenzen, auf die die Arbeitgeber großen Wert legen: 64 Prozent der Arbeitgeber suchen Bewerber mit internationaler Erfahrung und 92 Prozent legen Wert auf Querschnittskompetenzen wie beispielsweise Offenheit, Entscheidungsfähigkeit und Toleranz.

Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung und dem ausführlichen Memo.

Die vollständige Studie

Erasmus in Deutschland

Deutschland war im Studienjahr 2012/13 mit rund 39.000 Studenten das drittgrößte Entsendeland für Erasmusstudenten in der Europäischen Union – mit einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von 4,6 Prozent.  Fast 20.000 davon kamen allein aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Aus Berlin gingen 2566 Studenten. Bei den neuen Bundesländern war Sachsen mit 2257 Studenten vorn. Beliebteste Zielländer der Deutschen bleiben Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Es kommen auch viele Erasmusstudenten aus dem Ausland nach Deutschland, um hier ein oder zwei Semester zu absolvieren. So war Deutschland mit einem europäischen Anteil von 11 % sogar das zweitbeliebteste Studienland in der EU nach Spanien. Von 2011/12 zu 2012/13 stieg die Anzahl der ausländischen Erasmusstudenten in Deutschland von 27.872 auf 30.368. Die meisten ausländischen Studenten, die nach Deutschland kamen, zog es nach Baden-Württemberg, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin. Die wenigsten Studenten kamen nach Schleswig-Holstein (228) und in das Saarland (238).

Quelle: Vertretung der Europöischen Kommission in Deutschland vom 22.09.2014

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