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Kinder- und Jugendarbeit

Evangelische Jugend fordert Friedensbildung in der Schule statt Werbung für die Bundeswehr

Ein Kreuz im Wasser
Bild: © Zlatko - Fotolia.com

Die Evangelische Jugend versteht sich als aktive Impulsgeberin in der friedensethischen Bildung von Jugendlichen und der Entwicklung ihrer politischen Urteilsfähigkeit. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) beobachtet deshalb mit Sorge die Gefahr der einseitigen Ausrichtung friedensethischer Diskussion an Schulen auf die Sicherheitspolitik.

Der Vorsitzende der aej, Dr. Thomas Schalla, macht dazu deutlich: "Die aej hält die Friedensbildung an Schulen für elementar. Wir setzen uns dafür ein, den Vorrang der Gewaltlosigkeit, den unbedingten Schutz der Menschen und gewaltfreie Konfliktlösungen in der friedensethischen Diskussion an Schulen noch stärker in den Mittelpunkt der Urteilsbildung junger Menschen zu stellen. Dafür bieten wir den Schulen die Zusammenarbeit an.“
 
Gerade in Schulen dominiert aber die Bundeswehr mit ihren Sichtweisen. Dabei vermischen die Jugendoffiziere der Bundeswehr oft Informationen über das sicherheitspolitische Handeln der Bundesregierung mit zum Teil fragwürdigen Werbemethoden, um Jugendliche zu rekrutieren. Acht Landesregierungen haben Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr geschlossen, um die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen des Landes und den Jugendoffizieren der Bundeswehr zu unterstützen. Aus diesem Grund muss auch eine Friedensbildung, die für gewaltfreie Konfliktlösungen wirbt und die dazu noch mit den entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet ist, gestärkt werden.
 
Die aej fordert diejenigen Bundesländer auf, deren Bildungsministerien Kooperationsverträge mit der Bundeswehr geschlossen haben, diese grundlegend zu überarbeiten. Weiterhin bittet die aej die Landeskirchen und die Freikirchen, sich an Neuverhandlungen zu beteiligen. In neuen Vereinbarungen sollen die unterschiedlichen Akteure friedensethischer Bildung gleichrangig die Möglichkeit haben, ihre Positionen und Konzepte zu erläutern, damit junge Menschen sich selbstbestimmt ein Urteil in dieser Frage bilden können.
 
Diesen Beschluss fassten die Delegierten der 123. Mitgliederversammlung der aej während ihrer Tagung, vom 22. bis 25. November in Plön, im Rahmen des Schwerpunktthemas „Die derzeitige und zukünftige Rolle Deutschlands in und bei kriegerischen Auseinandersetzungen und für die Stärkung des Friedens“.
 
Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, entwarf dabei ein Leitbild des „Gerechten Friedens“. Er betonte, dass Mandate für zivile Einsätze in Krisenregionen möglich sein müssen, denn die Chancen für zivile und gewaltfreie Konfliktlösungen werden noch viel zu wenig wahrgenommen. „Wir brauchen eine friedenspolitische Wende, vom militärischen Denken, hin zum zivilen“, sagte Brahms, „denn es gibt keinen gerechten Krieg!“
 
Evangelische Kinder- und Jugendarbeit stärkt junge Menschen, sich eine eigene friedensethische Position auf der Basis des Evangeliums zu bilden und macht sie so auch sprachfähig im aktuellen friedensethischen Diskurs. Der aej-Vorsitzende Dr. Schalla kommt zum Schluss: „Evangelische Jugend bietet jungen Menschen auch in ihren Friedensdiensten die Möglichkeit, positive Erfahrungen mit der Friedensbildung zu machen. Ich halte es deshalb für einen wichtigen Schritt, diese Dienste zukünftig finanziell besser auszustatten!“

Quelle: PM aej vom 26.11.2012

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