Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

djo fordert Mehr finanzielle Unterstützung für Migrantenjugendorganisationen

Der djo-Bundesvorsitzende Thomas Hoffmann fordert angesichts der Ergebnisse des gestrigen Integrationsgipfels eine größere Anerkennung der Integrationsleistungen einer großen Mehrheit von mit Migrationshintergrund. Zudem, so Hoffmann, müssten Migrantenjugendorganisationen als Vertreter der jungen Menschen verschiedener Migrantengruppen stärker einbezogen werden, wenn es um die Klärung von gesellschaftlichen Fragen gehe.

Zu den Ergebnissen des Integrationsgipfels erklärt der djo-Bundesvorsitzende Thomas Hoffmann: „In der derzeitigen Integrationsdebatte wird viel über junge Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen. Der Zusammenhang ist dabei generell negativ: jugendliche Integrationsverweigerer, Bildungsdefizite der 3. Generation, Macho-Kultur der männlichen jungen Zuwanderer und anders mehr beherrschen die Berichterstattung. Die Bereitschaft, mit Jugendlichen und ihren Interessenvertretern zu sprechen, ist im Gegensatz dazu erschreckend gering. Positive Beispiele gelungener Integration scheinen in der derzeitigen Debatte keine Schlagzeile oder politische Positionierung wert zu sein. Diese Darstellung wird den Integrationsleistungen der großen Mehrheit von jungen Menschen mit Migrationshintergrund nicht gerecht. Wir fordern eine größere Anerkennung dieser Integrationsleistungen und eine stärkere Einbeziehung von Migrantenjugendorganisationen als Vertreter der jungen Menschen verschiedener Migrantengruppen, wenn es um die Klärung von gesellschaftlichen Fragen geht.“

„Darüber hinaus muss es bei der Umsetzung des Nationalen Integrationsplans einen wichtigen Schritt weitergehen. Migrantenjugendorganisationen müssen mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet werden“, hebt die djo-Bundesvorsitzende und Geschäftsführerin des Kurdischen Kinder- und Jugendverbandes KOMCIWAN e.V. Hetav Tek hervor: „Migrantenjugendorganisationen haben eine wichtige Funktion als progressiver Teil der Migrantengruppen und schaffen Vorbilder. Sie sind in beiden Kulturen zu Hause und nehmen deshalb zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Migrantengruppen eine Brückenfunktion ein. Sie wollen die deutsche Gesellschaft mitgestalten. Wir fordern - neben guten Worten - Migrantenjugendorganisationen auch mit größeren finanziellen Mitteln auszustatten, um eine gleichberechtigte Teilhabe an den gesellschaftlichen Entwicklungen zu ermöglichen. Es ist notwendig, die Jugendverbandsarbeit der Migrantenjugendorganisationen schnellstmöglich aber auch nachhaltig zu stärken. Der Aktionsplan zum Nationalen Integrationsplan muss ein deutliches positives Signal an Migrantenjugendorganisationen beinhalten, dass ihr Engagement unterstützt wird.“

Herausgeber: djo - Deutsche Jugend in Europa Bundesverband e.V.

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