Kinder- und Jugendarbeit

DISKRIMINIERUNG: AUGEN AUF! Förderung von Projekten über Ausgrenzungen damals - und heute

Einer wird von vielen anderen ausgegrenzt (Grafik mit Papierfiguren).
Bild: © Frog 974 - Fotolia.com

Im Programm EUROPEANS FOR PEACE werden internationale Jugendprojekte zur Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus und/oder zu aktuellen Fragen der Diskriminierung in unseren durch Vielfalt geprägten Gesellschaften gefördert.

Artikel 2 (Diskriminierungsverbot) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fordert, dass jeder ohne Unterschied „etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen“ Anspruch auf die Menschenrechte hat. 

Wie äußert sich Diskriminierung, warum und wie wurden und werden Menschen ausgegrenzt und was waren und sind die Auswirkungen von Ausgrenzung? 

Die Projekte können einen historischen oder gegenwartsbezogenen Zugang zum Thema wählen sowie beide Herangehensweisen miteinander verbinden. 

Historische Bezugspunkte sind die Diskriminierung, Verfolgung und staatliche Vernichtungspolitik von Minderheiten im Nationalsozialismus und im II. Weltkrieg in Europa. Aus der Perspektive der beteiligten Länder erkunden die Jugendlichen Ursachen, Entstehungsmechanismen und Erscheinungsformen der Diskriminierung von Minderheiten, insbesondere von Juden, von Sinti und Roma, von Menschen mit Behinderung oder von Schwulen und Lesben. Auch die Diskriminierung von nach Deutschland deportierten Zwangsarbeiter/-innen kann im Rahmen der Projektarbeit untersucht werden. Anhand einzelner Biografien können die Jugendlichen der Frage nachgehen, inwieweit es Möglichkeiten gab, ausgegrenzten und verfolgten Menschen zu helfen. Die Jugendlichen verständigen sich über Lehren aus der Geschichte und ziehen Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln.

Gegenwartsbezogen setzen sich die Projekte mit heutigen Formen der Diskriminierung und entsprechenden Ideologien von Ungleichheit auseinander, wie beispielsweise Antisemitismus, Antiziganismus oder Homophobie. Die Jugendlichen sollen ermutigt werden, sich in ihrer unmittelbaren Lebenswelt gegen Vorurteile und eine daraus folgende mögliche Diskriminierung zu wenden – sei es beispielsweise in der Schule, im Verein oder im Internet. Dabei können die Projektteilnehmer/innen auch erkunden und aufzeigen, mit welchen Menschen, Organisationen und Rechtsmitteln sie sich gemeinsam gegen Diskriminierung und aktiv für den Respekt und den Schutz von Minderheiten einsetzen können. 

Aus pädagogischer Sicht bietet das Thema Spielraum für verschiedene methodische Zugänge der Antidiskriminierungspädagogik, um an die eigenen Diskriminierungserfahrungen der Jugendlichen anzuknüpfen.

Eine Linksammlung zum Thema Antidiskriminierungsarbeit

Bewerbungsschluss: 15.12.2014

Quelle: Europeans for peace

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