Kinder- und Jugendarbeit / Demokratie

Die gesellschaftspolitische Dimension der Erlebnispädagogik

Vier Hände verschiedener Hautfarbe fassen sich am Handgelenk
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In einer aktuellen Positionierung adressiert der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. die Relevanz der Erlebnispädagogik vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Themen. Es spricht sowohl Erlebnispädagog(inn)en an, um zur Reflexion anzuregen, als auch Auftrag­geber/-innen erlebnispädagogischer Angebote, um diese für das gesellschaftspolitische 'Mehr' der Erlebnispädagogik zu sensibilisieren.

Erlebnispädagogik ist mehr als eine Methode. Sie kann zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen wesentlich beitragen und zur aktiven Teilhabe und verantwortlichen Gestaltung der eigenen Lebenswelt und der Gesellschaft anregen. Um auf dieses 'Mehr' der Erlebnispädaogik hinzuweisen, hat der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. ein Positionspapier entwickelt.

„Die eigene Lebenswelt verantwortlich zu gestalten ist ein wichtiges pädagogisches Ziel. Das bedeutet, Verantwortung für sich selbst, für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen, Mitwirkung zu gestalten, Engagement zu üben und zu leisten – eben politisch zu sein. In der Erlebnispädagogik wird durch herausfordernde Aktivitäten in der Natur, lokale Projekte und durch den Dienst am Nächsten Verantwortung erlebt und erlernt. Mit diesem Positionspapier möchten wir zum einen Erlebnispädagog(inn)en anregen, sich der Wirkmacht der eigenen Haltung bzw. Ausrichtung des pädagogischen Handelns bewusst zu werden und dies regelmäßig zu reflektieren. Zum anderen ist es unser Anliegen, die Auftrag­geber/-innen erlebnispädagogischer Angebote, wie z.B. Lehrer/-innen, Sozialarbeiter/-innen, Personalverantwortliche, für dieses identitätsstiftende, gesellschaftspolitische 'Mehr' der Erlebnispädagogik zu sensibilisieren.“ so die einführenden Worte der Positionierung.

Das Positionspapier stellt dar, dass Erlebnispädagogik auf gesellschaftspolitische Themen handlungsorientiert eingehen kann. Teilnehmende werden zu aktiver Teilhabe und verantwortlicher Gestaltung ermutigt, um die eigene Lebenswelt sowie die Gesellschaft weltoffen, solidarisch und nachhaltig zu gestalten. Dazu wird die individuelle Handlungskompetenz hin zu Gestaltungskompetenz erweitert.

Als Resümee wird formuliert: Gemeinschaftliches, demokratisches und solidarisches Handeln ist heute mehr denn je gefragt – Fähigkeiten, die sich in erlebnispädagogischen Projekten in besonderer Weise entwickeln können. Sich einzumischen in den gesellschaftlichen Prozess und gesellschaftspolitisches Handeln haben in der Erlebnispädagogik – wie etwa in der Konzeption einer „Erziehung zur Verantwortung“ von Kurt Hahn – eine lange Tradition. Sie gilt es in den Problemfeldern der Gegenwart wieder zu realisieren.

Das Posititionspapier (PDF, 250 KB) steht auf der Webseite des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik e.V. zum Download zur Verfügung.

Quelle: Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V.

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