Kinder- und Jugendarbeit

Deutscher Jugendfotopreis: Experimentierfreudig wie nie

Eine junge Frau fotografiert
Bild: meral akbulut   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Der Deutsche Jugendfotopreis zählt zu den traditionsreichsten Jugendwettbewerben des Bundes. Er wird vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum im Auftrag des Bundesjugendministeriums veranstaltet. Mehr als 5.000 junge Fototalente haben in diesem Jahr 21.000 Bilder eingereicht.

Das Spektrum der Einsendungen reicht vom perfekten Einzelfoto bis zum außergewöhnlich gestalteten Fotobuch, vom Großformat-Fotogramm bis zur digitalen Collage. Mit ihren Bildern dokumentieren die Jugendlichen den eigenen Alltag, zeigen aber auch die Lebenswirklichkeit in anderen Ländern. Noch nie war die Experimentierfreude und thematische Vielfalt größer als in diesem Jahr. „Der Fotonachwuchs macht sich alle Möglichkeiten der Fotografie zunutze. Die Bilder beeindrucken durch hohe technische Qualität, Kreativität und Ausdruckskraft“, so das Fazit von Wettbewerbsleiter Jan Schmolling.

Die Preise im Allgemeinen Wettbewerb mit freier Themenwahl vergibt Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, das den Deutschen Jugendfotopreis 1961 gegründet hat. Weiterer Förderer des Fotowettbewerbs ist das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, welches das dreitägige Preisträgerforum unterstützt und die Preise in der Imaging-Kategorie sowie für die beste Foto-Reportage stiftet. Überreicht werden sie von Staatssekretär Bernd Neuendorf. Der Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbands, Christian Müller-Rieker, ehrt die ausgewählten Schulfotoprojekte. Die Agentur „Jugend für Europa“ zeichnet die besten Arbeiten zum Jahresthema „Draußen vor der Tür“ aus. Mitentscheiden können aber auch die photokina-Besucher: Mit ihrem Voting bestimmen sie den Gewinner des Publikumspreises.

Das größte Bild des Wettbewerbs misst stolze 1 x 2 Meter – und das ist nicht das einzig ungewöhnliche daran. Die experimentierfreudigen Jugendlichen der Fotogruppe „Alchimisten“ aus Berlin-Pankow haben ihr Fotopapier unter einer Straßenlaterne ausgebreitet und in einer Körperperformance gemeinsam ein Fotogramm in Lebensgröße erstellt.

Künstlerisch gestaltete Fotobücher waren einer der Trends beim diesjährigen Deutschen Jugendfotopreis. Sie stammen jedoch nicht nur von den älteren Teilnehmern und Fotostudenten. So hat die zwölfjährige Lilian Feser aus Berlin ein Fotobuch mit dem Titel „BARBIEmode“ angefertigt, in dem sie ihre originellen Modeshootings aus den letzten vier Jahren präsentiert.

Zu den jüngsten Teilnehmern zählt Jule Sophie Sagnak aus Mönchengladbach. Zwar hat sie erst jetzt als Neunjährige teilgenommen, aber ihre eindrucksvolle Serie über ihre „Ur-Oma Mizzi“ hat sie bereits mit vier Jahren begonnen. Ganz unbefangen, atmosphärisch dicht und aus nächster Nähe fotografiert hat sie den Alltag ihrer Urgroßmutter dokumentiert.

Besonders ergreifende Fotoserien: In einem über mehrere Jahre angelegten Projekt porträtierte Moritz Reich (23) aus Frankfurt am Main eine junge Frau, die an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. „Bei der Serie geht es mir darum zu zeigen, dass man die Hoffnung nicht aufgeben darf. Auch wenn es immer wieder Rückschläge gibt, kann es aufwärts gehen.“

Der 25-jährige Moritz Küstner aus Hannover dokumentiert den Alltag einer HIV-infizierten jungen Frau aus Narva (Estland) und zeigt mit seinen intensiven Bildern die komplizierte Lebenssituation ihrer Familie.

Quelle: Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrums (KJF)