Kinder- und Jugendarbeit / Digitalisierung und Medien

Demokratie braucht Nachwuchs: Junge Menschen mit Büchern für Politik begeistern

Zwei Jugendliche lesen auf einem Tablet und in einem Buch
Bild: rawpixel.com

Politische Bildung von Kindern und Jugendlichen wird angesichts der aktuellen Entwicklungen zu einer zentralen Herausforderung für die Buchbranche, Bildungsinstitutionen und die gesamte Gesellschaft. Gemeinsam sind sie gefragt, bei jungen Menschen Interesse an politischen Themen zu wecken sowie Verständnis und Beteiligung zu fördern. Die vier großen Buch- und Leseförderorganisationen in Deutschland haben hierzu einen Appell verfasst.

Gesellschaftliche Veränderungen, Fake News, Hasskommentare: Politische Bildung von Kindern und Jugendlichen wird angesichts der aktuellen Entwicklungen zu einer zentralen Herausforderung für die Buchbranche, Bildungsinstitutionen und die gesamte Gesellschaft.

Den folgenden Appell haben die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj), der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ), der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen gemeinsam im Rahmen des Trendberichts Kinder- und Jugendbuch 2018 im Vorfeld der Leipziger Buchmesse formuliert.

Demokratie braucht Nachwuchs: Junge Menschen mit Büchern für Politik begeistern

„Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen stellen uns vor die Herausforderung, Kindern und Jugendlichen die Regeln einer fairen Auseinandersetzung und politischen Denkens zu vermitteln. Mehr denn je braucht unsere Gesellschaft jetzt und in Zukunft mündige und kritische Bürgerinnen und Bürger, die politische Themen einordnen und Demokratie mitgestalten können.

Kinder- und Jugendliteratur kann das Interesse an politischen Themen wecken. Sie bietet Erfahrungsräume, ermöglicht, sich gesellschaftlichen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven anzunähern, fördert Empathievermögen sowie kritisches Urteilen. Sie setzt sich differenziert mit dem gesellschaftlichen Umfeld auseinander, macht Unterschiede und Veränderungen altersgerecht erfahrbar.

Bei unseren Leseförderprojekten verzeichnen wir ein zunehmendes Interesse junger Menschen für politische Zusammenhänge. Kinder und Jugendliche sind neugierig, hinterfragen und möchten sich selbst aktiv einbringen – politisches Potential, auf das eine Gesellschaft nicht verzichten kann. Der frühe Umgang mit vielfältigen Geschichten, die ihre jungen Leserinnen und Leser ernst nehmen, schafft die Grundlagen für ein respektvolles Miteinander, auch in kontroversen Debatten.

Romane oder Sachbücher müssen jedoch nicht nur gelesen, sondern auch diskutiert werden. Neben vielstimmigen und hochwertigen Texten brauchen junge Menschen qualifizierte schulische und außerschulische Partner, die sie bestärken und zum Mitgestalten anregen. Eltern, Erzieher und Lehrkräfte müssen die notwendige Unterstützung erfahren, Kinder und Jugendliche an Politik heranzuführen, für gesellschaftliche Themen zu begeistern, zum kritischen Denken zu ermuntern sowie neue Konzepte der Teilhabe zu erproben. Verlage müssen sich mit analogen und digitalen Publikationen ihrer Verpflichtung stellen: Es ist ihre Aufgabe, gemeinsam mit Autoren und Illustratoren, Konzepte zu entwickeln, die unterschiedlichen Altersgruppen das notwendige Rüstzeug an die Hand geben. Gleichzeitig übernehmen Buchhandlungen mit ihrem Sortiment, mit ihrer fachkundigen Beratung und ihren Veranstaltungen eine entscheidende Rolle als Mittler. Im Buchhandel, wie auch in Bibliotheken, Literaturhäusern und anderen Kultureinrichtungen können Kinder und Jugendliche politische Bücher entdecken und auf gesellschaftliche Themen aufmerksam gemacht werden.“

Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse widmen der Börsenverein, die avj, der AKJ und die Stiftung Lesen dem Thema eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Trendbericht Kinder- und Jugendbuch 2018. Meine Meinung zählt: Junge Menschen mit Büchern für Politik begeistern". Inhaltlich dreht sich die Diskussion um die Frage, wie sich politisches Interesse und Engagement fördern lassen und welche Ideen, Methoden und Angebote es hierzu gibt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • Dr. Susann Gessner (Sozialwissenschaftlerin der Justus-Liebig-Universität Gießen, Autorin der Monographie „Politikunterricht als Möglichkeitsraum“)
  • Susann Struppert (Kinder- und Jugendbuchladen Serifee, Leipzig)
  • Birgit Schulze-Wehnick (Buchkinder Leipzig, Buch- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche im Alter von 4-18 Jahren)
  • Heiko Bergt (Kinderstadt Halle, Beteiligungsprojekt für Kinder und Jugendliche im Alter von 7-14 Jahren)

Zeit: 16. März 2018, 10.30 – 11.30 Uhr
Ort: Leipziger Buchmesse, Forum Politik und Medienbildung, Halle 2, D 310

Begleitend zu der Veranstaltung steht das Dossier „Meine Meinung zählt. Junge Menschen mit Büchern für Politik begeistern“ (PDF, 7,8 MB) mit Leseempfehlungen zum Herunterladen zur Verfügung.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj), Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ), Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Stiftung Lesen vom 08.03.2018

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