Kinder- und Jugendarbeit / Freiwilliges Engagement

Chancen der Freiwilligendienste nutzen – Land Schleswig-Holstein startet Informationsangebote

Rund 230 Interessierte informieren sich heute auf der Veranstaltung „Freiwilligendienste in Schleswig-Holstein“ in Rendsburg.

RENDSBURG. Sozialminister Dr. Heiner Garg betonte: „Das Ende des Zivildienstes stellt die soziale Infrastruktur vor neue Herausforderungen. Zugleich ist die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes eine Chance, um die Freiwilligendienste insgesamt zu stärken. Schleswig-Holstein bietet beste Voraussetzung, sich zu engagieren“. 

Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte, Trägerorganisationen und Einsatzstellen von Freiwilligendiensten und solche, die es werden wollen. Expertinnen und Experten erläutern dabei die Rahmenbedingungen der einzelnen Freiwilligendienste – auch vor dem Hintergrund des Endes des Zivildienstes. Garg stellte in Rendsburg die neuen Informationsangebote des Landes vor: Die Broschüre „Freiwilligendienste in Schleswig-Holstein“ gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten von freiwilligem Engagement im Land und nennt Ansprechpartner. Sie richtet sich an Interessierte und Träger. Ein Video wirbt ab sofort im Internet für Freiwilligendienste in Schleswig-Holstein. Informationen, Video und Broschürenbestellungen unter: www.freiwilligendienste-sh.de

Ein funktionierender Sozialstaat könne nicht ausschließlich durch staatliche und verbandliche Leistungen erhalten werden, so Minister Garg in Rendsburg. „Es ist das Engagement jedes einzelnen Menschen mit seinen individuellen Fähigkeiten, das ein gut strukturiertes und vielschichtiges Sozialsystem schafft. Das Freiwillige Soziale Jahr ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Solidarität betrifft auch das Verhältnis der Generationen zueinander. Ich begrüße ausdrücklich die Öffnung des Bundesfreiwilligendienstes für Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen. Gemeinsames Ziel muß es sein, den neuen Dienst in die Engagementpolitik einzubinden und Doppelstrukturen zu vermeiden".

Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf betonte auf der Veranstaltung: „Ziel der Freiwilligenarbeit ist, die gegenseitige Verantwortung in der Gesellschaft zu stärken. Der Staat hat dabei die Aufgabe, für freiwilliges Engagement geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und Anreize zu setzen. Das freiwillige Ökologische Jahr ist ein solcher Rahmen für freiwilliges Engagement, der in Schleswig-Holstein sehr gut angenommen wird. Gerade im Natur- und Umweltschutz sehe ich für den neuen Bundesfreiwilligendienst Chancen auch für ältere Menschen, ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen zu können“.

Durch die Aussetzung der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes kommt 2011 viel Bewegung in die Landschaft der Freiwilligendienste. Die Bundesregierung wird ab Mitte 2011 den neuen, altersunabhängigen „Bundesfreiwilligendienst“ einführen. Der Bundesbeauftragte für den Zivildienst Dr. Jens Kreuter referierte dazu auf der Veranstaltung und stellte klar: „Alle anerkannten Zivildienststellen werden automatisch als Einsatzstellen in den Bundesfreiwilligendienst übernommen. Das einzige, was die Einrichtungen tun müssen, ist: aktiv und vor Ort mit interessanten Tätigkeitsangeboten und passgenauen attraktiven Rahmenbedingungen individuell um Freiwillige zu werben“. Kreuter betonte auch, dass er die Aussetzung der Wehrpflicht und die Entwicklung vom Zivildienst zum Bundesfreiwilligendienst zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen seit vielen Jahren zähle. „Es gibt dafür kein Handbuch, wir haben den vor uns liegenden Prozess nicht proben können. Seien Sie versichert, dass wir alle, die bisher für den Zivildienst Verantwortung getragen haben, unser Bestes tun und geben, um diese Veränderung so gut wie möglich zu gestalten. Nicht zuletzt plant der Bund, künftig 350 Mio. € pro Jahr für die Freiwilligendienste zur Verfügung zu stellen. Helfen Sie mit, eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit in Deutschland zu stärken“, so Dr. Kreuter weiter.

Informationen zum Bundesfreiwilligendienst sind erhältlich unter www.zivildienst.de. Dort veröffentlicht der Bundesbeauftragte regelmäßig einen Newsletter zum aktuellen Stand der Entwicklung.

Bisher etabliert sind: 

 * das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ, auch in den Bereichen Sport und Kultur)

 * das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)

 * der Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG)

Nähere Informationen, Kontakte, Fortbildungsmöglichkeiten und Beispiele unter: www.freiwilligendienste-sh.de

Herausgeber: Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein - Landesjugendamt 

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