Kinder- und Jugendarbeit / Förderinformationen

BW: Neue Handwerksprojekte für Kinder und Jugendliche

Kinder spazieren mit Betreuern über eine Wiese in Richtung Waldrand.
Bild: SKM Teilnehmende bei der Ferienfreizeit mit Waldwerkstatt für Kinder in Kontakt mit der Straffälligenhilfe

„Die Zukunft in die Hand nehmen – Innovative Werk!statt für Kinder und Jugendliche“ ist ein neues Programm der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg in Kooperation mit der Wiedeking Stiftung Stuttgart. Insgesamt 21 Projekte aus ganz Baden-Württemberg wurden ausgewählt, um die Feinmotorik und handwerklichen Fähigkeiten von Kindern zu verbessern. Die Stiftung Kinderland fördert das Programm mit insgesamt 1,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren.

„Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Kindern gehen!“ Ganz im Sinne dieses alten Volksliedes beteiligen sich 21 Institutionen aus ganz Baden-Württemberg mit kreativen Projekten an einem neuen Programm, um Kindern und Jugendlichen das Handwerk näherzubringen. Ob Körbe flechten, Beete anlegen, Apfelsaft pressen, töpfern, schmieden oder nähen: Bei den ausgewählten Handwerksprojekten von Mannheim bis Ravensburg können Kinder und Jugendliche aus allen Gesellschaftsschichten ihre handwerklichen Fähigkeiten auf vielfältige Weise ausprobieren und weiterentwickeln. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, erklärt: „Mit dem neuen Programm wollen wir möglichst viele Kinder von ihren Handys und Tablets weglocken und sie motivieren, etwas mit ihren Händen zu erschaffen. Das macht die jungen Menschen nicht nur stolz und gibt ihnen Befriedigung, sondern fördert auch ihre kognitiven Fähigkeiten. Das gemeinsame Arbeiten stärkt darüber hinaus ihre soziale Kompetenz.“

Erste Projekte erfolgreich angelaufen

Mit dabei ist beispielsweise der Katholische Verein für soziale Dienste in der Diözese Freiburg (SKM). Der SKM organisierte vom 27. Juli bis 4. August eine erlebnispädagogische Ferienfreizeit für 23 Kinder, die über ihre Familien Kontakt mit der Straffälligenhilfe haben. In einer sogenannten Kinder-Kunst-Waldwerkstatt in der Jugendherberge Sargenroth im Hunsrück entwickelten die Teilnehmer im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren ihre handwerklichen und kreativen Fähigkeiten. Gemeinsam mit dem örtlichen Förster machten die Kinder unter anderem einen Werkzeugführerschein und bereiteten Brennholz vor. Auch eine Näherei, ein Schmuckatelier und ein Catering-Service waren Teil der Waldwerkstatt.

Besondere Wertschätzung der kreativen Arbeiten von Kindern

„Die verschiedenen handwerklichen Aktivitäten kamen bei den jungen Teilnehmern sehr gut an“, berichtet Petra Schaab, Geschäftsführerin des SKM im Landkreis Karlsruhe und Leiterin der Freizeit. „Ein echtes Highlight war eine Versteigerung von allen selbstgemachten Gegenständen am Ende unserer Werkstattwoche. Außer dem Nervenkitzel des Bietens haben die Kinder dabei nochmal eine besondere Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren und sind mit einem Erfolgserlebnis zurück nach Hause gekommen.“

Upcycling von Elektromüll

Auch im Hort der Grundschule Rammersweier der Stadt Offenburg gehen die fleißigen Handwerker bald ans Werk. Im sogenannten „Inventor’s Workshop“ bekommen Viertklässler dort an insgesamt 20 Projektnachmittagen eine kurze Einführung in die Elektrizitätslehre, etwa in die Eigenschaften von Stromkreisen. Weil alle Theorie bekanntlich grau ist, wird auch kräftig angepackt: Gemeinsam nehmen die Kinder gesammelten Elektromüll auseinander und bauen die Einzelteilen wieder neu zusammen. Dabei entstehen kreative Objekte, wie Roboter oder Fahrzeuge, die die jungen Erfinder anschließend wieder zum Laufen bringen. Der „Inventor’s Workshop“ startet am 21. September und findet dann jeden Freitagnachmittag von 14:00 bis 15:30 Uhr statt.

Mehr als nur Kreativität

Kinder und Jugendliche lernen beim Basteln und Werken mehr als Kreativität und den geschickten Umgang mit unterschiedlichen Materialien: Das Bearbeiten von Gegenständen mit den eigenen Händen verbessert nicht nur die Feinmotorik, sondern schult auch das Gehirn und fördert die Lernfähigkeit. Darüber hinaus hat die Arbeit mit den eigenen Händen noch weitere positive Effekte: Zum Beispiel erleben junge Menschen, dass sie Schwierigkeiten und Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen können und stärken so ihr Selbstvertrauen.

Beitrag zur Entwicklung junger Menschen

„In einer Zeit, in der Digitalisierung und Virtualisierung das Leben junger Menschen immer stärker prägen, ist die schöpferische Arbeit mit den eigenen Händen nicht mehr selbstverständlich. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir mit den vielen spannenden Projekten die Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen um eine wichtige Dimension erweitern können“, sagt Dr. Wendelin Wiedeking, Vorsitzender der Wiedeking Stiftung Stuttgart. Der gelernte Maschinenbau-Ingenieur ist zuversichtlich: „Wir freuen uns, zusammen mit der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg, das Programm in den kommenden Jahren zu begleiten und so einen positiven Beitrag zur Entwicklung junger Menschen in unserem Land zu leisten.“

Über das Programm

„Die Zukunft in die Hand nehmen – Innovative Werk!statt für Kinder und Jugendliche“ ist ein neues Programm der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg in Kooperation mit der Wiedeking Stiftung Stuttgart. Mit dabei ist beispielsweise der Katholische Verein für soziale Dienste in der Diözese Freiburg (SKM). Der SKM organisierte eine Ferienfreizeit mit Waldwerkstatt für Kinder, die Kontakt mit der Straffälligenhilfe haben (s. Foto).

Quelle: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH vom 20.08.2018

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