Kinder- und Jugendarbeit / Inklusion

Bundesweites Modellprojekt – Inklusion auf Jugendfarmen und Aktivspielplätzen

Bildmotiv auf dem Cover des Praxishandbuchs mit lachenden Mädchen
Bild: © BdJA Offene Spielräume für alle im Rahmen des Projekts Spielfalt

Der Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. (BdJA) möchte allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen das Spielen fürs Leben und damit die Förderung ihrer individuellen Entwicklung ermöglichen. Das Modellprojekt „Inklusion in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ startete zum 1. September 2016. Die Laufzeit betrug drei Jahre. Das Modellprojekt sollte dem Anspruch des BdJA gerecht werden, eine Inklusive Offene Arbeit auf den Plätzen dauerhaft umzusetzen. Daraus ist ein Praxishandbuch entstanden.

Teilhabe und Mitbestimmung in allen Lebensbereichen – im Kontext des BdJA: die Teilhabe und Mitbestimmung aller Kinder und Jugendlichen an der Offenen Arbeit der pädagogisch betreuten Spielplätze – darum ging es in dem Projekt Spielfalt und darum geht es in dem aus dem Projekt entstandenen Handbuch.

Bauliche und strukturelle Barrieren erkennen und abbauen

Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung sollen mit Hilfe des Projekts gleichberechtigt in den offenen Platzbetrieb aufgenommen werden. Das bedeutet, dass sie sich hier – wie alle anderen Kinder und Jugendlichen auch – möglichst selbstständig und selbstbestimmt bewegen können. Gemeinsam mit den Projektbeteiligten wurde überlegt, wie bauliche und strukturelle Barrieren erkannt und abgebaut werden können. Das Projekt sollte ein bewusstes Wahrnehmen und eine daraus resultierende inklusive Denkweise aller Beteiligten anstoßen. Kinder und Jugendliche wurden durch das Modellprojekt ermutigt, die pädagogisch betreuten Spielplätze zu besuchen. Die Partizipation, Teilhabe und freie Meinungsäußerung aller Kinder und Jugendlichen ist hierbei ein wichtiger Gesichtspunkt.

Inklusive Haltung bei den Fachkräften vor Ort

Durch gezielte Workshops und Fortbildungen sollten die Barrieren in den Köpfen der Fachkräfte vor Ort abgebaut werden. Nur durch eine inklusive Haltung wird es möglich sein, inklusiv mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, betont der Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. Ein weiterer wichtiger Schritt sei darüber hinaus gewesen, spezifische kinder- und jugendfarmtypische Piktogramme zusammen mit den Teilnehmer/-innen zu entwickeln, um eine leichtere Orientierung in den Einrichtungen zu schaffen.

Das Auslösen einer Bewusstseinsschärfung und Förderung einer inklusiven Gesellschaft war ebenso ein Ziel des Projekts. Dazu war es notwendig, dass junge Menschen und auch ihre Eltern, sowie alle beteiligten Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen, etwa bestehende Vorurteile ablegen und beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen respektvoll und vorurteilsfrei begegnen. Je nach Einrichtung waren die Aktivitäten unterschiedlich, jedoch stellt die Grundlage aller das gleichberechtigte, achtsame und verantwortungsvolle Miteinander im gegenseitigen Umgang dar, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, mit Tieren und der Natur. Die jungen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung können sich auf den pädagogisch betreuten Plätzen begegnen und miteinander spielen, was für die wechselseitige Entwicklung elementar ist.

Hintergrund

Die Durchführung fand mit Hilfe von sechs kopperierenden Mitgliedseinrichtungen und einem Projektbeirat statt. Die gewonnen Erkenntnisse und Ergebnisse wurden in einem Praxishandbuch zusammengefasst. Gerade für den Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit - speziell auf pädagogisch betreuten Spielplätzen - ist bislang kein solches Praxishandbuch erschienen. Das Projekt Spielfalt wurde gefördert durch die Aktion Mensch Stiftung. Weitere Informationen: www.spielfalt.org

Das Praxishandbuch „Spielfalt – Inklusion auf pädagogisch betreuten Speilplätzen“ kann gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro beim Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. bestellt werden.

Quelle: Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V.

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