Kinder- und Jugendarbeit / Sozialpolitik

Bremen: 100.000 Euro zusätzlich für stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung in 2015

Jugendliche sitzen mit Skateboard auf einer Bank

Die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen stellt für Jugendfreizeitheime und andere Angebote der offenen Jugendarbeit 100.000 Euro mehr zur Verfügung als bisher im Haushalt 2015 vorgesehen.

Zugleich wird das neue finanzielle Fundament für die stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung als Stufenplan für die Jahre 2016 bis 2018 vorbereitet. Ein entsprechendes Konzept, das der Jugendhilfeausschuss Ende vergangenen Jahres verabschiedet hatte, hat der Senat am 17. Februar 2015 zur Beratung an die Bremische Bürgerschaft weitergeleitet.

Stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung

Für die "stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung" wendet die Stadt Bremen jährlich 6,8 Millionen Euro auf. Die Finanzierung dieser offenen Jugendarbeit soll ab 2016 auf ein verändertes Fundament gestellt werden. In das entsprechende "Rahmenkonzept für die offene Jugendarbeit" fließen die veränderten Anforderungen an die Jugendarbeit ein, und stellt werden die Weichen gestellt, "die Finanzmittel zwischen den Stadtteilen sozial gerechter zu verteilen", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. "So wollen wir die Angebote für Jugendliche attraktiv halten und der sozialen Spaltung der Stadt entgegenwirken."

Die zusätzlichen Finanzmittel aus dem Haushalt der Sozialsenatorin für 2015 werden jenen Stadtteilen zu Gute kommen, in denen viele Kinder und Jugendliche leben, und in denen die Armut besonders groß ist. So fließen von den 100.000 Euro 51.000 nach Gröpelingen (Gesamtsumme für die stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung im Stadtteil dann: 810.000 Euro) und 26.000 Euro nach Huchting (Gesamtsumme dann 545.000 Euro). Es folgen Walle (plus 12.000 auf 346.000 Euro), Hemelingen, Oberneuland und Obervieland mit zusätzlichen Beträgen zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Der Stadtteil mit dem größten Einzelbudget bleibt nach wie vor Osterholz mit 821.000 Euro, die geringsten Summen fließen derzeit nach Borgfeld (72.000), Oberneuland (82.000) und Horn-Lehe (130.000). "Diese Mittel helfen uns, die Integration junger Menschen aus zugewanderten Familien zu unterstützen, wir fördern Angebote für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, wir erhöhen Bildungschancen und fördern Mädchen- wie auch Jungenarbeit", sagte Anja Stahmann.

Stadtteile mit dem größten Bedarf

Ein Stufenplan für die Jahre 2016 bis 2018 sieht vor, die Stadtteile mit dem größten Bedarf um weitere rund 400.000 Euro aufzustocken. Dieses neue finanzielle Fundament für die stadteilbezogene Kinder- und Jugendförderung ist über den Senat an die Bremische Bürgerschaft weitergeleitet worden, wo die entsprechenden Beschlüsse zu fällen sind, weil sie Auswirkungen auf den Haushalt haben.

Nach dem vorgelegten Konzept besteht die Finanzierung wie bisher aus zwei Elementen: Zum einen dem Sockelbetrag für jeden Stadtteil, zum anderen dem Förderbudget, das die Zahl der Jugendlichen im Stadtteil entsprechend der sozialen Lange in diesem Stadtteil gewichtet. Der Sockelbetrag soll von derzeit 40.000 auf 60.0000 Euro im Jahr angehoben werden. Das stellt sicher, dass – zusammen mit dem Förderbudget – auch der kleinste Stadtteil in die Lage versetzt wird, die Betriebskosten für mindestens eine Jugendeinrichtung von rund 80.000 Euro jährlich aufzubringen. Dem Sozialindex soll zudem wieder ein größeres Gewicht beigemessen werden: "Kinder und Jugendliche in Ortsteilen mit hohen sozialen Belastungsrisiken haben besondere Förderungsbedarfe", sagte die Senatorin. "Diesem Umstand wollen wir künftig stärker Rechnung tragen."

Quelle: Die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Bremen vom 17.02.2015

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