Kinder- und Jugendarbeit / Sozialpolitik

Berufsorientierung mal anders: Auszeichnung für Berliner „After School Hustle“

Jemand schreibt Begriffe wie "Karriere, Business, Ausbildung, Job" auf ein Blatt Papier
Bild: © Marco2811 - Fotolia.com

Wenn Teenager am Wochenende einen ganzen Tag freiwillig lernen, dann muss das Angebot schon sehr spannend sein. Das findet auch die Stiftung Bildung und Gesellschaft und prämiert die Initiative „After School Hustle“ aus Berlin mit dem Sonder-Primus Startklar. Neben 1.000 Euro Preisgeld gibt es 500 Euro für Weiterbildung.

Fotografie und DJing, Mode-Design und Schauspiel, Visual Storytelling und Programmieren: Das sind nur ein paar der Themen, zu denen das gemeinnützige Start-up „After School Hustle“ bereits Workshops angeboten hat. Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren können kostenfrei teilnehmen. Dort lernen sie interessante Tätigkeitsfelder kennen, vor allem aus dem kreativen Bereich. Es geht nicht nur um Theorie, sondern insbesondere auch um die Praxis – darum, sich selbst auszuprobieren in offener Atmosphäre.

Berufsfelder kennenlernen

Die ehrenamtlich tätigen Coaches sind Profis auf ihrem Gebiet. Sie vermitteln einen Tag lang grundlegende Praxiskenntnisse aus ihrem Metier, geben persönliche Einblicke in die eigene Branche – und dienen zugleich als mögliche Vorbilder für die Teenager. Denn durch die Workshops sondieren die jungen Leute mögliche Berufsbilder. Und genau darum geht es der Stiftung Bildung und Gesellschaft mit ihrem Preis: Der Sonder-Primus Startklar zeichnet zivilgesellschaftliche Projekte aus, die Jugendliche den Weg in die Berufswelt ebenen.

Das Projekt setzt auf persönliche Begegnung

2017 hat Pawel Mordel (35) die Initiative „After School Hustle“ ins Leben gerufen. Er selbst wurde in einer Berliner Plattenbausiedlung groß und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es für Jugendliche ist, gefordert und gefördert zu werden. Die Non-profit-Unternehmung finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Mehr als 75 Workshops haben bereits stattgefunden, und die Angebote sind schnell ausgebucht. Viele Teilnehmer kommen aufgrund von Mundpropaganda und besuchen auch mehr als einen Workshop. Ganz bewusst setzt „After School Hustle“ nicht auf virtuelles Lernen, sondern auf persönliche Begegnung: Kleine Gruppen mit meistens acht Teilnehmern kommen zusammen und lösen Aufgaben gemeinsam.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Start-ups: www.afterschoolhustle.org

Berufliche Orientierung kann cool sein

Der Preisjury der Stiftung Bildung und Gesellschaft gefiel, wie die Initiative die Jugendlichen aktiviert. Mit zwei Workshops pro Wochenende ist ein Bildungsangebot entstanden, das nachhaltig wirkt und ein weites Spektrum an Themen abdeckt. Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft: „After School Hustle zeigt, dass berufliche Orientierung einfach auch cool sein kann.“

Über den Sonder-Primus Startklar

Der Sonder-Primus Startklar ergänzt 2019 den Primus-Preis und wird viermal im Jahr an zivilgesellschaftliche Initiativen vergeben, die Jugendliche beim Übergang in die Berufswelt unterstützen. Dies können beispielsweise Projekte sein, die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung begleiten, Angebote, die Jugendlichen den Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtern, oder Initiativen, die junge Menschen mit fehlender oder geringer Ausbildung auf die Berufswelt vorbereiten. Der Sonder-Primus Startklar ist mit 1.000 Euro dotiert. Zusätzlich erhalten die ausgezeichneten Initiativen je 500 Euro für den Besuch einer Weiterbildung. Die randstad stiftung fördert den Sonder-Primus Startklar. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Quelle: Deutsches Stiftungszentrum GmbH vom 27.06.2019

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