Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

BDL engagiert sich für ein offenes und tolerantes Miteinander – "Fremde werden Freunde"

Fünf Jugendliche aus verschiedenen Kulturen verstehen sich gut.
Bild: © Franz Pfluegl - Fotolia.com

Die Landjugend steht für Zusammenhalt, Gemeinschaft und gemeinsames Anpacken. Genau diese Werte sind wichtig für die Integration von Flüchtlingen. Die großen Chancen, die sich durch die Zuwanderung für die ländlichen Räume ergeben, sollen genutzt werden.

"Wie können wir zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen? Wie können wir dafür sorgen, dass sich die Angst nicht breiter macht und Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt werden", fragt Daniel Kopperschmidt nach den Vorfällen der letzten Monate. Für ihn als stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. liegt die Antwort klar auf der Hand: "Wir müssen die Menschen, die bei uns sind, aufnehmen. Wir müssen zusammen stehen und Begegnungen schaffen, Gesicht zeigen und Brücken bauen – kurz: integrieren."

Zusammenhalt, Gemeinschaft und gemeinsames Anpacken 

Landjugend stehe für Zusammenhalt, Gemeinschaft und gemeinsames Anpacken, so der junge Mann: "Genau das ist auch bei der Integration von Geflüchteten gefragt." Er verweist auf die vielen kleinen und größeren Aktionen, mit denen Landjugendgruppen die Verständigung und das Miteinander von Einheimischen und Geflüchteten vor Ort fördern: vom Integrationslauf über gemeinsames Tanzen und Kochen bis hin zu Gesprächen mit Flüchtlingsselbstorganisationen wie "Jugendliche ohne Grenzen".

"Der erste Schritt ist der schwerste. Viele von uns haben selbst erlebt, dass es sich lohnt, diese Hürde zu nehmen", stellt der BDL-Vize rückblickend fest. "Wir wollen Menschlichkeit und Demokratie stärken. Dazu gehört nicht nur Mitbestimmung, sondern auch Menschenwürde, Solidarität und Freiheit", sagt Daniel Kopperschmidt und zitiert damit zugleich einen Grundsatz des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum.

Strukturelle Bedingungen für Integration 

Jetzt sei es an der Zeit, den Blick auf die strukturellen Bedingungen für Integration zu richten. "Sind wir, sind unsere Behörden und Einrichtungen offen?" fragt der stellv. BDL-Vorsitzende. "Mit unserer Haltung, unserem Verhalten und unseren Strukturen legen wir jetzt den Grundstein dafür, wie sich unsere Gesellschaft, in der wir zukünftig gemeinsam leben werden, entwickelt", so der junge Mann. Es sei wichtig, diese Entwicklung mit Besonnenheit und Herz zu gestalten. Nur so werden die Menschen, die zu uns kommen, Vertrauen fassen und eine sichere Heimat finden. Das ist für unsere Gesellschaft, den Bund der Deutschen Landjugend und jeden Einzelnen eine Herausforderung. "Integration ist nicht alleinige Aufgabe der Geflüchteten, sondern geht alle an", so Daniel Kopperschmidt.

"Letztlich stehen Menschen Menschen gegenüber. Wir können da nicht wegschauen, sondern setzen uns mit unserer Integrationskampagne "Fremde werden Freunde" für ein offenes und tolerantes Miteinander ein", stellt er klar. Für ihn liegt auf der Hand: Die Möglichkeiten zur Integration sind in den städtischen Räume anders als auf dem Land. "Jetzt ist es an uns, die großen Chancen, die sich durch Integration und Öffnung und den Zuzug von Menschen für die ländlichen Räume ergeben, zu nutzen", sagt der stellv. BDL-Bundesvorsitzende.

Quelle: Bund der deutschen Landjugend e. V. (BDL) vom 18.08.2016

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