Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

Bayerischer Jugendring nimmt Stellung zum Verhältnis von Jugendarbeit und Schule

Der Bayerische Jugendring (BJR) hat in einem 15-Punkte-Programm zum Verhältnis von Jugendarbeit und Schule Stellung bezogen. Er sieht in der Verbindung von schulischem und informellem Lernen die Chance, ganzheitliche Bildung an einen Lern- und Lebensort von Jugendlichen zu bringen. Damit Jugendarbeit als Partner für die Schule aktiv werden kann, seien jedoch finanzielle Mittel aus dem Landesförderprogramm Schulbezogene Jugendarbeit notwendig.

Die Delegierten des BJR-Hauptausschusses stimmten dem Positionspapier "Jugendarbeit eigenständig und kooperativ" in ihrer Sitzung in Gauting am 20. Oktober 2012 zu. "Bildung ist mehr als Schule. Im Verein oder der Gruppe erleben Kinder und Jugendliche einen Zugang zur Welt, den sie im Unterricht nicht erfahren können. Der Jugendarbeit kommt hier eine ganz besondere Rolle zu, wenn es um das Erlernen von Schlüsselfaktoren wie Sozialkompetenz und Teamgeist gehe. Deshalb sehe ich für die Jugendarbeit erfolgversprechende Anknüpfungspunkte bei den Schulen", so BJR-Präsident Matthias Fack.

Auszug aus dem 15-Punkte-Programm

  • Um die Kooperationen zwischen Jugendarbeit und Schulen weiterentwickeln zu können, benötigen die Träger der Jugendarbeit finanzielle, personelle, zeitliche und konzeptionelle Ressourcen. Aus dem Landesförderprogramm Schulbezogene Jugendarbeit sind deshalb in weit höherem Maß als bisher Mittel zur Verfügung zu stellen.
  • Im Unterschied zu anderen Lern- und Betreuungsformen bezieht Jugendarbeit Kinder und Jugendliche aktiv bei der Mitgestaltung ihrer Aktivitäten ein, sie motiviert und befähigt zu freiwilligem Engagement.

Kooperationsbeispiele und Erfahrungen

Jugendarbeit bietet in vielerlei Hinsicht genau das, was von einem ganzheitlichen Bildungskonzept zunehmend gefordert wird: interessengeleitetes, lebensweltorientiertes, freiwilliges und selbstbestimmtes Lernen, Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz, Partizipation und Engagement. Die Formen und Inhalte der schulbezogenen Jugendarbeit sind vielfältig:

  • Jugendverbände gestalten für Schülerinnen und Schüler Bildungsangebote. Deren Bandbreite reicht von Wandertagen "Move your Day"! (Jugend des Deutschen Alpenvereins) über "beWEGte Schule", der Schulpausengestaltung zu den Themen Bewegung, Ernährung, Geist und Seele ( Pfadfinderinnenschaft St. Georg) oder sozialem Lernen in der Natur (Pfadfinderbund Weltenbummler), bis hin zur Medienarbeit bei einem Schülerzeitungsprojekt (Junge Presse Bayern).
  • Jugendringe vernetzen Jugendarbeit und Schule: Sie unterstützen ihre Mitgliedsorganisationen, indem sie Kontakte zu Schulen herstellen, Angebote der Jugendverbände koordinieren und die Finanzierung der Maßnahmen organisieren, etwa das Projekt JAMS2 (Jugendarbeit macht Schüler stark) des KJR Aschaffenburg.
  • Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bieten Schülerinnen und Schülern Angebote aus allen Bereichen der Jugendarbeit, z.B. das Stadtcafé Fürstätt des SJR Rosenheim, Stimmbildungsseminare, Gestaltung von Pausen- und Wartezeiten.
  • Jugendbildungsstätten bieten Seminare für Berufsorientierung, Maßnahmen zur Stärkung der Klassengemeinschaft, z.B. unter Zuhilfenahme erlebnispädagogischer Methoden.
  • Kommunale Jugendpflege unterstützt und berät Akteure bei Vernetzung und Abstimmung, z.B. organisiert Arbeitskreise mit Beteiligten aus Jugendarbeit und Schule und bietet Tagungen an, etwa im Landkreis Bad Tölz.

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Quelle: Bayerischer Jugendring

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