Kinder- und Jugendarbeit

Ausstellung "Kindheit in Israel" im Jüdischen Museum gibt Jungen und Mädchen eine Stimme

Was bewegt Kinder in Israel? Welche Sehnsüchte und Hoffnungen haben sie? Dieser Frage gingen die SOS-Kinderdörfer im Rahmen eines Kunstprojektes nach. Die Antwort geben israelische Kinder im Rahmen einer Kabinettausstellung, die am 29.2.12 im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main eröffnet wurde.

Idee des Kunstprojekts war es, die Kinder selbst aus ihrem Leben erzählen zu lassen. 100 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren aus den SOS-Kinderdörfern Megadim und Neradim in Israel erhielten Einwegkameras und die Aufgabe, alles zu fotografieren, was sie bewegt, ihnen wichtig ist. "Uns war sehr wichtig, ein Kunstprojekt gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zu gestalten: Nicht über sie, sondern mit ihnen über ihr Leben zu erzählen", sagte Kirstin zu Hohenlohe, SOS-Kuratorin zum Auftakt der Ausstellung. Begleitet wurden die Kinder und Jugendlichen von dem Berliner Fotografen Stephan Pramme, der sie mit großer Sensibilität porträtierte. Das Ergebnis sind ungefilterte Einblicke in den Alltag und das Seelenleben dieser Kinder, authentisch, roh und zart zugleich. Die Bilder erzählen von Freundschaften, von Menschen, von Sehnsüchten und Träumen.

"Hier zeigen sich Momente geglückter Kindheit, obwohl die Ausgangsbasis dieser jungen Künstler alles andere als gut war", erklärte der Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, Dr. Wilfried Vyslozil, bei der Vernissage im Jüdischen Museum. "Die Ausstellung gibt den Jungen und Mädchen eine Stimme."

Es mag manchen überraschen, dass es in einem wohlhabenden Land wie Israel überhaupt SOS-Kinderdörfer benötigt. Doch auch hier gibt es überforderte Eltern und eine sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Die Ausstellung zeigt auch, dass man sich nicht mit Armut und Bildungsferne abfinden muss. Geborgenheit, Vertrauen, ein Zuhause und Bildung sind die Grundsteine der SOS-Kinderdörfer für ein späteres selbstbestimmtes und glückliches Leben der Kinder.

Die Schirmherrschaft für das Kunstprojekt übernahm Tibor Shalev-Schlosser, Generalkonsul des Staates Israel in Deutschland. "Das Engagement der SOS-Kinderdörfer liegt mir sehr am Herzen. Deshalb habe ich mit Freude die Schirmherrschaft für dieses interessante Projekt angenommen."

"Kindheit in Israel - Fototagebücher aus den SOS-Kinderdörfern
Neradim und Megadim"
Kabinettausstellung im 2. OG des Jüdischen Museums, 1. März bis 27.
April 2012,
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch 10 bis 20
Uhr.

Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit/Hermann-Gmeiner-Fonds