Bildungs- und Teilhabechancen

Außerschulische Angebote auch in Zeiten von Corona ermöglichen

Fünf junge Frauen sitzen auf einem alten Bahngleis und schauen in die Kamera
Bild: Bruce Dixon - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Angesichts der nächsten Corona-Welle kreist die öffentliche Diskussion wieder um mögliche Schulschließungen. Für SOS-Kinderdorf ist es aber mindestens genauso wichtig, endlich auch die Bedürfnisse junger Menschen außerhalb des Schulgebäudes ernst zu nehmen: Denn außerschulische Angebote tragen dazu bei, mehr Chancengerechtigkeit herzustellen und benachteiligten Kindern bessere Bildungs- und Teilhabechancen zu ermöglichen.

„Das System Schule allein kann Chancengerechtigkeit gar nicht gewährleisten, sondern ist auf außerschulische Angebote angewiesen“, erklärt Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins.

Um die jungen Menschen aufzufangen und Belastungen abzubauen, plädiert der SOS-Kinderdorfverein dafür, sowohl außerschulische als auch schulnahe Angebote wie etwa Nachhilfestunden deutlich auszubauen. Nach Monaten des Home Schoolings ist die Bedeutung schulnaher Angebote offensichtlich: nur so können Versäumnisse aufgeholt werden und auch die Kinder wieder Erfolg in der Schule haben, deren Eltern mit ihnen während der Schließungen nicht täglich viele Stunden lernen konnten. Aus seiner praktischen Erfahrung in der Schulsozialarbeit und mit Auszubildenden weiß SOS-Kinderdorf, dass schon ohne Pandemie die Herkunft und der soziale Stand eines Kindes immer noch zu oft über seine oder ihre Zukunftschancen entscheidet. Deshalb ist es gerade in Zeiten von Corona wichtig, dass schulnahe Angebote ausgebaut werden.

Außerschulische Angebote in Jugendtreffs oder Freizeitzentren notwendig

Doch diese Angebote, beispielsweise durch Nachhilfe, reichen dabei nicht aus, auch andere außerschulische Unterstützung ist notwendig. Dazu zählen etwa Freizeitaktivitäten, die in Jugendtreffs oder Familienzentren organisiert werden. „Hier können vor allem die Kinder Erfolge feiern, die in der Schule gerade auch wegen der Pandemie nicht mehr mitkommen – und gewinnen so Selbstvertrauen, was ihnen auch in der Schule wieder hilft“, stellt Schutter klar.

Vor dem Hintergrund erhöhter Belastungen können die in diesen Angeboten gebildeten sozialen Kontakte ein Netz bilden, das Kindern Sicherheit und Selbstvertrauen gibt – insbesondere angesichts der immer noch unübersichtlichen Lage der Pandemie. „Die reine Fokussierung auf Schulschließungen und daraus resultierende Lernrückstände lässt völlig aus dem Blick, dass die Pandemie für Kinder eine enorme persönliche Belastung darstellt. Außerschulische Angebote müssen ausgebaut und besser ausgestattet werden“, fordert die Vorstandsvorsitzende.

Weitere Forderungen von SOS-Kinderdorf:

  •     Beteiligungsformate auf allen Ebenen – Kinder in der Krise endlich anhören und einbeziehen.
  •     Jungen Menschen ab 14 Jahren sollten selber entscheiden dürfen, ob sie sich impfen lassen.
  •     Ernennung einer Kinderbeauftragten direkt im Kanzleramt.
  •     Eine breitangelegte und altersgerechte Aufklärungskampagne zum Impfen und dem Gesundheitsschutz.
  •     Zusätzliche Testangebote für junge Menschen unter 18, einfach erreichbar und kostenlos.
  •     Standarisierte, regelmäßige Lolli-PCR-Tests in Kitas.

Weitere Informationen

#Zeitfürmehr – Mehr Informationen zur Kampagne #ZeitfürMehr finden sich auf der Website des SOS-Kinderdorf.

Quelle: SOS Kinderdorf vom 12.01.2022

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