Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

Asoziale und Berufsverbrecher: Erinnerung an alle Opfergruppen des Nationalsozialismus wachhalten

Bild: © VGMeril / pixelio.de Mahnmahl "Menschlicher Stacheldraht" in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Eine Wanderausstellung zum Schicksal der Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden fördert die Staatsministerin für Kultur und Medien mit bis zu 1,5 Millionen Euro. Das Projekt wird von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg umgesetzt. Der Deutsche Bundestag hatte am 13. Februar 2020 beschlossen, die beiden Opfergruppen stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, erklärt: „Es gehört zu unserer Verpflichtung, die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Das Schicksal der Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden, blieb viel zu lange unberücksichtigt. Wir müssen allen Opfergruppen des Nationalsozialismus einen angemessenen Platz in unserer Erinnerungskultur verschaffen.“

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden u.a. Alkoholkranke und Wanderarbeiter als „Asoziale“ oder Kleinkriminelle als „Berufsverbrecher“ stigmatisiert, inhaftiert und ermordet. Unabhängig von der Verbüßung ihrer Strafe wurden Menschen, die damals bestehende Kriterien von Leistung und Moral nicht erfüllten, durch das NS-Regime geächtet.

Der Deutsche Bundestag beschloss am 13. Februar 2020, die beiden Opfergruppen stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Wanderausstellung startet mit zwei Auftaktpräsentationen in Berlin und Flossenbürg. Anschließend wird die Ausstellung deutschlandweit an mindestens zehn weiteren Orten gezeigt und durch lokale Bezüge zur Geschichte erweitert. Dabei wird auch eine Zusammenarbeit mit Schulklassen und Hochschulen angestrebt, zum Beispiel, indem vor Ort an spezifische Aspekte und Lebensgeschichten angeknüpft wird.

Weitere Informationen:

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 24.04.2020

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