Kinder- und Jugendarbeit

aej stellt sich den Herausforderungen einer inklusiven Kinder- und Jugendarbeit

Kinderhände

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) diskutierten über 170 Expert(inn)en und Aktive aus Politik, Wissenschaft und Praxis während der Fachtagung „Auftrag Inklusion - Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit“, wie eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe für alle jungen Menschen an den Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit gelingen kann.

Vom 13. bis 14. November 2013 luden die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej), die Aktion Mensch und die Diakonie Deutschland nach Berlin ein und erarbeiteten Impulse für diese anspruchsvolle und notwendige Aufgabe.

Kinder- und Jugendarbeit hat Potenziale für den Weg zur Inklusion. Sie ist lebenswelt- und subjektorientiert, stellt die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt, hat Erfahrungen mit neuen Öffnungsprozessen und sie verfügt über ein weitreichendes Netz von Engagierten und Räumlichkeiten. Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg hob hervor, dass insbesondere die Arbeit der Jugendverbände milieuorientiert sei und deshalb im ständigen Kontrast zwischen Offenheit und Geschlossenheit stehe. Er sieht den Auftrag der Demokratiebildung als wichtigen Ansatz, für Debatten um eine weitere Öffnung der Kinder- und Jugendarbeit.

Inklusive Bildung sei nur „in einem Bildungssystem möglich, dass sich endlich vom Prinzip der Aussortierung verabschiede“, unterstrich Ministerin a.D. Ute Erdsiek-Rave, Vorsitzende des Expertenkreises inklusive Bildung der deutschen UNESCO-Kommission. In der Kinder- und Jugendarbeit sieht sie „viele gute Ansätze, den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft weiter voran zu bringen. Gerade weil Kinder und Jugendliche freiwillig in die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit kommen und dort viele engagierte Ehrenamtliche aktiv sind, bietet sich die Chance und die Notwendigkeit, die nötigen Veränderungen im Schulsystem durch Kooperationen mit zu stärken“, gab Ute Erdsiek-Rave den 170 Teilnehmenden der Fachtagung mit auf den Weg.

„Es geht um nicht viel weniger, als bei Menschen und bei Institutionen innere Haltungen zur Inklusion zu bilden. Denn Inklusion hat nur eine Chance, wenn alle Beteiligten sie wollen“, ist sich der aej-Vorsitzende Dr. Thomas Schalla sicher und ergänzt: „In einem weitgehend selbstorganisierten Arbeitsfeld, wie der Kinder- und Jugendarbeit, kann Inklusion nicht von oben verordnet werden.“

Der Weg zu einer Kinder- und Jugendarbeit mit inklusivem Gestaltungscharakter erfordert auch Netzwerke. Gerade die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendarbeit und Behindertenhilfe ist für beide Seiten eine neue Herausforderung. Kinder- und Jugendarbeit auf dem Weg zur Inklusion ist auf die Bereitschaft der kooperativen Öffnung von Diensten und Einrichtungen aus der Behindertenhilfe angewiesen. Damit Inklusion zu einer Selbstverständlichkeit wird, gilt es vor allem die Barrieren in den Köpfen zu überwinden. Um Unsicherheit und Berührungsängste abzubauen, sei Begegnung ein entscheidender Schritt, betonte Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch. „Speziell die Kinder- und Jugendarbeit hat das vielfältige Potential, die gemeinsamen Erfahrungen von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen zu stärken, das müssen wir weiter ausbauen“ bestätigte von Buttlar. Neben der Förderung von Projekten der Kinder- und Jugendarbeit mache sich die Aktion Mensch genau dafür stark: Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) vom 19.11.2013

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