Hilfen zur Erziehung

Zahl der Erziehungsberatungen in Hessen steigt um 8 Prozent

Ein Teenager-Mädchen schüttelt den Kopf, im Hintergrund sieht man die Mutter sitzen
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Im Jahr 2017 wurden in Hessen in knapp 31.700 Fällen Erziehungsberatungen für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern oder Erziehungsberechtigte durchgeführt. Innerhalb der Hilfen zur Erziehung stellt die Erziehungsberatung bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme die „schwächste“ Form der Hilfe dar und wird kostenlos angeboten.

In 6 von 10 Fällen werden vorrangig Eltern oder Erziehungsberechtigte beraten

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, führten die Jugendämter und die Erziehungsberatungsstellen 8 Prozent mehr Beratungen durch als im Jahr 2016. Bei 65 Prozent der Beratungen wurden vorrangig die Eltern oder Erziehungsberechtigten, bei 26 Prozent die Eltern mit dem jungen Menschen und bei 9 Prozent vor allem das Kind bzw. der Jugendliche beraten. Über die Hälfte (55,5 Prozent) waren Erziehungsberatungen für bzw. mit Jungen.

Häufigster Beratungsgrund: Belastungen der Kinder und Jugendlichen durch familiäre Konflikte

Belastungen der Kinder und Jugendlichen durch familiäre Konflikte begründeten am häufigsten den Beginn einer Beratung (50 Prozent). Fälle mit eingeschränkter Erziehungskompetenz der Eltern oder Sorgeberechtigten und Fälle mit Entwicklungsauffälligkeiten hatten Anteile von jeweils 26 Prozent. Belastungen der jungen Menschen durch die Problemlage der Eltern wurde in 19 Prozent der Fälle und Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen in ihrem sozialen Verhalten in 17 Prozent der Fälle als Gründe für die Beratung angegeben. Bei der Beantwortung der Frage nach den vorwiegenden Gründen bei Beratungsbeginn waren Mehrfachnennungen (bis zu 3 Gründe) möglich.

In 54 Prozent der Fälle lebten die jungen Menschen bei Beginn der Hilfe bei einem Elternteil oder bei einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner. Bei 45 Prozent der Betroffenen wohnten die Eltern zusammen.

Im Laufe des Jahres 2017 endeten 21.100 Beratungen, knapp 11.000 Beratungen dauerten am Jahresende noch an. Gut 21.200 Beratungen wurden im Jahr 2017 begonnen.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt

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