Hilfen zur Erziehung / Junge Flüchtlinge

Weiterer Anstieg der Hilfen zur Erziehung für junge Geflüchtete

Jugendlicher mit über den Kopf gezogenem Kapuzenpullover sitzt auf einer Mauer
Bild: photocase, french 03

Auf Basis der aktuellen Daten zur Kinder- und Jugendhilfestatistik legt die AKJStat eine erste Kurzanalyse vor. Demnach wurden im Jahr 2016 knapp 83.000 familienersetzende Leistungen eingeleitet. Die Entwicklung geht v.a. auf den Anstieg unbegleiteter Minderjähriger in stationären Einrichtungen zurück. Ein besonders hoher Anstieg bei den jungen Volljährigen verweist zudem darauf, dass junge Geflüchtete mit Vollendung des 18. Lebensjahrs zumindest teilweise weiterhin im Hilfesystem verbleiben.

Im Jahr 2016 wurden knapp 83.000 Hilfen in einer Pflegefamilie, in einem Heim oder einer anderen betreuten Wohnform seitens des Jugendamtes eingeleitet. Das sind 22% mehr neu gewährte Hilfen als noch im Vorjahr und damit der höchste Anstieg von familienersetzenden Leistungen in den letzten Jahren. Insbesondere die Unterbringungen im Rahmen der Heimerziehung haben noch einmal erheblich an Bedeutung gewonnen. 

Zu diesen Ergebnissen kommt die Kurzanalyse der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) zu den im November 2017 veröffentlichten neuen Daten des Statistischen Bundesamtes und zeigt auf, dass diese Entwicklung – wie schon in den Jahren zuvor – vor allem auf den Anstieg unbegleiteter, vor allem männlicher minderjähriger Flüchtlinge in stationären Einrichtungen zurückgeht. Ein besonders hoher Anstieg der Fallzahlen bei den männlichen jungen Volljährigen in der stationären Unterbringung verweist zudem darauf, dass junge Geflüchtete mit Vollendung des 18. Lebensjahrs zumindest teilweise weiterhin im Hilfesystem verbleiben. 

Hintergrund 

Die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) ist Teil des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. Sie bereitet die Ergebnisse der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik nutzerfreundlich auf und liefert regelmäßig fachliche Kommentierungen. 

Die vollständige Kurzanalyse (PDF 238 KB) zu den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes von Sandra Fendrich, Jens Pothmann und Agathe Tabel stehen auf der Webseite der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den neuen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und eine erste Kommentierung finden sich außerdem auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe. 

Quelle: Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund 

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