Hilfen zur Erziehung

Was heißt es, im „Heim“ zu leben? Ausstellung mit Einblicken in das Leben von Jugendlichen in der Jugendhilfe

Ein Jugendlicher sitzt bei einer Frau im Beratungsgespräch.
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An der Universität Vechta ist die Ausstellung „MUSKEPEER. HEIMKINDER. CARELEAVER – Einblicke in das Leben von Jugendlichen in der Jugendhilfe“ noch bis 21. Januar 2019 zu sehen. Die von ehemaligen Heimkindern im Rahmen eines Dresdner Projekts des Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. gestaltete Wanderausstellung stellt den Alltag und die Erfahrungen im Heim dar. Sie kommt auf Initiative des Fachs Soziale Arbeit an die Universität Vechta.

An insgesamt 19 Stationen erzählt die Ausstellung ganz offen, manchmal frech und auch teils traurig darüber was es heißt, im „Heim“ zu leben. Viele Objekte auf Tafeln, in Vitrinen, analog und digital laden zum Nachdenken und zum gemeinsamen Diskutieren ein. Eröffnet wurde die Ausstellung nach Grußworten von Prof.in Dr. Nina Oelkers, Fach Soziale Arbeit, mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Herausforderungen am Übergang“, moderiert von Gesa Ledebur, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Vechta.

Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe

Jessica Böttger, Alexander Merkel und Hashan Imam, drei der jungen Menschen, die die Ausstellung mitgestaltet haben, sprachen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen in der stationären Jugendhilfe und diskutierten mit. Thematisiert wurden Regeln und Restriktionen in den Einrichtungen, aber auch Möglichkeiten der Beteiligung.

Björn Redmann, Initiator des Projekts und Sozialarbeiter vom Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V., ging auf die Qualität in Jugendhilfeeinrichtungen ein und mahnte, am Beispiel der Begleitung von Jugendlichen in die Selbständigkeit, Handlungsnotwendigkeit auf unterschiedlichen Ebenen an.

Jenny Büscherhoff und Wolfgang Lahrmann vom Jugendamt des Landkreises Vechta schilderten ihre Erfahrungen mit der Verselbstständigung und die hiesigen Möglichkeiten der Beteiligung von Jugendlichen im Hilfeverfahren. Christoph Labatzki, der zum Thema „Übergänge in der der Kinder- und Jugendhilfe“ promoviert, konnte neben theoretischen Überlegungen auch eigene Forschungsergebnisse in die Diskussion einbringen.

Zum Abschluss der Veranstaltung führten die Jugendlichen selbst durch die Ausstellung und gaben so Einblicke in den Entstehungsprozess der einzelnen Exponate.

Quelle: Universität Vechta vom 15.01.2018

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