Hilfen zur Erziehung

Taubert regt Einbeziehung der DDR-Heimkinder in Entschädigungs- bzw. Fondslösung für Heimkinder der westdeutschen Länder an

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat anlässlich der heutigen Sitzung des Arbeitskreises „Kindesmisshandlung/Kindesmissbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen“ die Einbeziehung der DDR-Heimkinder in Entschädigungs- bzw. Fondslösung für Heimkinder – vergleichbar der westdeutscher Länder – angeregt.

Sozialministerin Heike Taubert sagte in Erfurt: „Thüringen setzt sich als einziges ostdeutsches Bundesland mit einem eigenen Arbeitskreis seit einem Jahr aktiv mit dem Thema ‚Aufarbeitung Kindesmisshandlung/Kindesmissbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen’ auseinander. Jetzt werden wir dafür sorgen, dass die Problematik mit all ihren Facetten wie Rechtslage, Hilfe- und Unterstützungsleistungen, Aktensicherung- und Aufarbeitung, mögliche gemeinsame wissenschaftliche Recherchen und Fortbildungen auch auf Bundesebene berücksichtigt wird. Dies gilt insbesondere für die aktuelle Diskussion der Entschädigungs- bzw. Fondslösung für Heimkinder.“

Sozialministerin Heike Taubert schlug vor, sich für eine entsprechende Entschädigungs- bzw. Fondslösung für DDR – Heimkinder einzusetzen. „Mehr als 20 Jahre nach der Einheit darf in Deutschland nicht zweierlei Recht geschaffen werden. Es muss nach einer gemeinsamen Lösung gesucht werden, damit die ehemaligen DDR-Heimkinder nicht zu ‚Opfern zweiter Klasse’ werden. Thüringen wird auf der Grundlage seiner bisher gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse federführend die Koordinierung der weiteren Schritte mit den anderen neuen Ländern und dem Bund übernehmen. Bereits auf der Jugend- und Familienministerkonferenz in der nächsten Woche in Essen werde ich einen entsprechenden Antrag einbringen“, sagte Heike Taubert.

Hintergrund:
Der Arbeitskreis hatte sich Anfang Juni 2010 auf Anregung von Sozialministerin Heike Taubert konstituiert. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, des Weißen Ring e. V., des Thüringischen Landkreistages, des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege sowie verschiedener Ministerien an.

Auch die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen Hildigund Neubert und die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Ruth Ebbinghaus konnten zur Mitarbeit gewonnen werden. Im Arbeitskreis wurde die Bildung von zwei Arbeitsgruppen verabredet. Eine befasst sich mit dem Thema „Aufarbeitung“, die andere mit dem Thema „Prävention“. Die Arbeitgruppen haben bereits mehrfach getagt. Anfang November 2010 übernahm der ehemalige Ministerpräsident. von Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner, den Vorsitz des Arbeitskreises.

Ziel des Arbeitskreises ist eine sachliche, differenzierte und offene Auseinandersetzung mit Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen. Dazu gehört zum einen, dass im Interesse der Opfer angemessene Formen der Aufarbeitung und der persönlichen Bewältigung des Erlebten gefunden werden. Zum anderen sollen gezielt Möglichkeiten der Intervention und Prävention diskutiert werden, um künftig derartig schwerwiegende Vorkommnisse möglichst zu verhindern. 

Quelle: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Info-Pool