Hilfen zur Erziehung / Kinderschutz

Sexuelle Gewalt in Heimen – DJI-Studie zeigt wirksame Wege der Prävention

Trauriges Mädchen lehnt an einer Wand
Bild: © kmiragaya - Fotolia.com

Das Forschungsprojekt „Kultur des Hinhörens“ hat rund 300 Jugendliche befragt und zusätzliche Informationen bei Fachkräften und Leitungen erhoben. Außerdem wurde das Präventionsprogramm PräviKIBS erprobt und evaluiert. Die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden jetzt in einem Abschlussbericht veröffentlicht.

Von rund 300 vom DJI befragten Jugendlichen, die in 26 stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht waren, sprachen 7 Prozent von einer versuchten oder erfolgten Vergewaltigung innerhalb oder außerhalb der Heimeinrichtung seit ihrer Unterbringung dort. Vielfach wurde auch von anderen Formen sexueller Gewalt berichtet wie ungewollten Berührungen im Intimbereich oder pornografischen Bildaufnahmen. Innerhalb wie außerhalb der Heime scheinen diese Übergriffe überwiegend von anderen Jugendlichen und seltener von Erwachsenen auszugehen.

Dies waren einige der Ergebnisse einer Befragung, die das DJI im Rahmen des Forschungsprojekts „Kultur des Hinhörens“ durchgeführt hat. Ergänzend wurden Informationen von Fachkräften und Einrichtungsleitungen zum Organisationsklima in der Einrichtung sowie bereits vorhandenen Präventionsanstrengungen eingeholt. Bestätigt wird damit die Bedeutung der Thematik „sexuelle Gewalt“ für die Heimpädagogik.

In einem zweiten Projektschritt wurde in zehn Heimen das Präventionsprogramm PräviKIBS eingesetzt und evaluiert. Mit dem Ergebnis: Obwohl sich das Miteinander der Gleichaltrigen nicht wesentlich verbesserte, nahm jedoch das berichtete Ausmaß sexueller Gewalt deutlich ab. Je mehr Bausteine des Programms umgesetzt wurden, desto geringer war die Zahl neu gemeldeter Fälle.

Der Abschlussbericht steht unter dem Titel „Kultur des Hinhörens“ - Sprechen über sexuelle Gewalt, Organisationsklima und Prävention in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe. (PDF 430 KB) auf der DJI-Webseite zum Download zur Verfügung.  

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V., Regine Derr

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