Hilfen zur Erziehung / Familienforschung

Schwierigkeiten beim In-Kontakt-Kommen zu Familien - Aussagen von fallverantwortlichen Fachkräften aus den Hilfen zur Erziehung

In einer Untersuchung der Kinderschutz-Zentren wurden 223 fallverantwortliche Fachkräfte aus den Hilfen zur Erziehung danach befragt, was ihnen die größten Schwierigkeiten macht, mit Familien in Kontakt zu kommen.

Circa jede fünfte Fachkraft spricht an, dass Eltern Angst vor der Herausnahme der Kinder aus der Familie haben und damit vor dem Jugendamt als Institution (Rangplatz 1). Von den genannten 19,5% der Fachkräfte erwähnen 6,5% die bestehenden Vorurteile und Vorbehalte gegenüber dem Jugendamt. Dieses wird von Eltern zum Teil als „Eingriffsverwaltung“ bzw. reine Kontrollinstitution wahrgenommen. Eine Person vermutet, dass die Medien hier einen nicht unbedeutenden Einfluss haben, indem sie ein kontraproduktives Bild vom Jugendamt vermitteln. Aber auch Helfer(innen) von freien Trägern können dazu beitragen, dass Eltern ein einseitig negatives Bild vom Jugendamt aufbauen. So wird beispielsweise das Einbeziehen des Jugendamtes von einigen Mitarbeiter(inne)n als eine Art Drohkulisse aufgebaut und in einzelnen Fällen als Druckmittel gegenüber den Familien genutzt.

Einige befragte Fachkräfte verweisen aber auch auf die negativen Erfahrungen mit Jugendämtern, die Eltern in ihrer Biografie gesammelt haben. Vor diesem Hintergrund ist es zu wünschen, dass sich alle Fachkräfte in Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen dafür einsetzen, Familien ein realistisches Bild von der Jugendhilfe zu vermitteln. Es ist insbesondere einem negativen Image des Jugendamtes entgegenzuwirken, denn ein solches Image verhindert das In-Kontakt-Kommen mit den Familien und ist damit kontraproduktiv für den Kinderschutz.

Die weiteren Ergebnisse der Untersuchung finden Sie auf der Homepage der Kinderschutz-Zentren in der Rubrik „news“.

Quelle: Die Kinderschutzzentren vom 04.08.2010

 

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