Hilfen zur Erziehung / Jugendforschung

Schutzprozesse gegen sexuelle Gewalt im sozialen Umfeld Jugendlicher: Studienteilnehmende gesucht

Ein junger Mann hält ein rotes Fragezeichen in seiner Hand mit ausgestrecktem Arm.
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Das Forschungsprojekt „Schutzprozesse gegen sexuelle Übergriffe: Partizipative Prävention im sozialen Umfeld vulnerabler Jugendlicher“ des Deutschen Jugendinstitut e.V. und dem Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut für Geschlechterfragen im Forschungs- und Innovationsverbund an der Ev. Hochschule Freiburg zielt auf die Erarbeitung von neuen, kreativen und partizipativen Impulsen für die Prävention und die (Weiter-)Entwicklung institutioneller Prozesse und professionellen Handelns im Kontext pädagogischer Einrichtungen ab. Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren und Fachkräfte aus der Heimerziehung sind zur Beteiligung an der Studie aufgerufen.

Ein aktuelles Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ gefördert wird, untersucht Schutzprozesse gegen sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen in pädagogischen Einrichtungen (Hauptschulen bzw. vergleichbare Schulformen und Heime) sowie im Umfeld vulnerabler Jugendlicher.

Diese Schutzprozesse umfassen vor allem die folgenden drei Aspekte:

  1. Strategien, um sich selbst schützen zu können
  2. Interventionen zum Schutze anderer
  3. Herstellung eines schützenden Umfelds innerhalb und außerhalb der Institution bzw. Einrichtung

Ziel ist es, Wege zur Förderung von solchen Schutzprozessen wissenschaftlich begleitet zu erproben.

Schutzprozesse gegen sexuelle Übergriffe aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren

Befragung von Jugendlichen in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin

Mittels einer standardisierten Befragung von Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen sollen in drei ausgewählten Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern und Berlin) Erkenntnisse zu Selbstschutzstrategien und unterstützendem Verhalten (z.B. von Freund(inn)en) im Kontext von sexuellen Übergriffen gewonnen werden. Die Erhebungen werden voraussichtlich im Zeitraum Sommer/Herbst 2019 stattfinden.

Auswertung theaterpädagogischer Workshops

Zudem werden gemeinsam mit Jugendlichen partizipativ entwickelte und erprobte Präventionsformate in Form von theaterpädagogischen Workshops evaluiert. Die theaterpädagogischen Workshops für Jugendliche werden in den Regionen München/Bayern und Berlin durchgeführt und sind für den Zeitraum von September 2019 bis Februar 2020 angesetzt.

Gruppendiskussionen mit Leitungs- und Fachkräften

Mit Leitungs- und Fachkräften aus den Feldern „Hauptschulen oder vergleichbaren Schulformen“ und „Heime“ werden im Rahmen von Gruppendiskussionen Zielkonflikte zwischen dem Schutz von Jugendlichen und der Förderung ihrer Autonomie erörtert und mögliche Handlungsstrategien diskutiert, die den Schutz vor sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen verbessern sollen. Diese Strategien werden in eintägigen theaterpädagogischen Workshops gemeinsam mit Fachkräften unter professioneller Anleitung von Theaterpädagog(inn)en als möglicher Baustein für Fortbildungen spielerisch erprobt. Die Gruppendiskussionen werden in den Regionen München/Bayern, Berlin und Freiburg/Baden-Württemberg durchgeführt und sind für Frühling/Frühsommer 2020 geplant. Die theaterpädagogischen Workshops finden daran anschließend statt.

Impulse für die Prävention von sexuellen Übergriffen und Module zur Fortbildung für die Praxis

Die Untersuchung dient u.a. zur Erarbeitung eines lebensweltorientierten Konzepts der Prävention für Jugendliche in Form von theaterpädagogischen Workshops für Jugendliche und für Fortbildungen für Fachkräfte, die der Praxis digital zur Verfügung gestellt werden.

Teilnehmende gesucht

Für die Teilnahme an der standardisierten Befragung werden Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren gesucht, die in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe untergebracht sind und mindestens eine der folgenden Sprachen lesen und schreiben können: Deutsch, Dari, Paschtu, Arabisch oder Französisch.

Wenn Sie in einer Wohngruppe mit interessierten Jugendlichen arbeiten, melden Sie sich bitte, das Projektteam schickt Ihnen dann gerne weiteres Informationsmaterial zu.

Daneben werden interessierte Leitungs- und Fachkräfte aus dem Feld der stationären Jugendhilfe gesucht, die sich für die Teilnahme an einer Gruppendiskussion mit weiteren Leitungs- und Fachkräften, für die eine Dauer von zwei bis drei Stunden angesetzt wird, bereit erklären (insgesamt ca. zehn Personen). Eine Vergütung für die Teilnahme kann leider nicht bezahlt werden, Reisekosten werden selbstverständlich übernommen.

Wenn Sie in einer Wohngruppe arbeiten, die sich für eine Gruppendiskussion mit Jugendlichen interessiert, nehmen Sie doch bitte Kontakt zum Kooperationspartner SoFFI F. auf: Daniel Doll, E-Mail: daniel.doll@DontReadMeeh-freiburg.de

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind zu finden unter: www.dji.de/schutzprozesse

Hintergrundinformationen

Das Forschungsprojekt wird im Verbund vom Deutschen Jugendinstitut e.V. München (DJI) und dem Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut für Geschlechterfragen im Forschungs- und Innovationsverbund an der Ev. Hochschule Freiburg (FIVE), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Kontext der Förderlinie Forschung zu sexualisierter Gewalt finanziert wird, durchgeführt.
Die Ergebnisse des Projekts werden Ende 2020 veröffentlicht.

Kontakt

Deutsches Jugendinstitut e.V.
Rosalie Meyer, Telefon: 089/62306-138, E-Mail: rmeyer@DontReadMedji.de
Marie-Theres Pooch, Telefon: 089/62306-130, E-Mail: pooch@DontReadMedji.de

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V.

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