Hilfen zur Erziehung / Sozialforschung

Schleswig-Holstein und Hamburg: Erziehungsberatungen meist wegen familiärer Konflikte

Papier mit Balkendiagramm
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Während 2017 in Schleswig-Holstein die Anzahl der abgeschlossenen Erziehungsberatungen um 4,7 Prozent auf 16.282 gestiegen ist, stieg diese Zahl in Hamburg nur geringfügig um 0,4 Prozent auf 4.497. In beiden Bundesländern lag der Hauptgrund für die Unterstützung bei Belastungen durch familiäre Konflikte. Dies teilte das Statistikamt Nord mit.

In Schleswig-Holstein wurden im Laufe des Jahres 2017 im Rahmen der Jugendhilfe 16.282 Erziehungsberatungen abgeschlossenen. Das sind 4,7 Prozent mehr als Vorjahr, so das Sta­tistikamt Nord. Bei 73 Prozent aller Erziehungsberatungen wurden die Beratungsziele erreicht. Die durch­schnittliche Dauer einer Beratung betrug fünf Monate.

Gründe für die Erziehungsberatungen in Schleswig-Holstein

Hauptgrund für die Erziehungsberatungen waren Belastungen durch familiäre Konflikte (z.B. Partnerkonflikte, Sorgerechtsstreitigkeiten, Scheidung/Trennung, Eltern/Stiefeltern-Kind-Kon­flikte, kulturell bedingte Konfliktlagen; 44 Prozent der Fälle). Auf Entwicklungsauffälligkeiten bzw. seelische Probleme des jungen Menschen (wie Entwicklungsrückstände, Ängste, Zwänge) gingen 13 Prozent der Erziehungsberatungen zurück. Jeweils zwölf Prozent der Be­ratungen erfolgten wegen eingeschränkter Erziehungskompetenz der Eltern oder Sorgebe­rechtigten (z.B. pädagogische Überforderung, Erziehungsunsicherheit) sowie aufgrund von Belastungen durch Problemlagen der Eltern (etwa Erkrankung, Behinderung, Suchtverhalten).

Alter und Hintergrund der Unterstützten

25 Prozent der Unterstützten waren jünger als sechs Jahre. Die Sechs- bis Elfjährigen stellten 34 Prozent, die Zwölf- bis 17-Jährigen 31 Prozent und die über 18-Jährigen neun Prozent. 14 Prozent aller Betroffenen hatten einen Migrationshintergrund, d.h. mindestens ein Eltern­teil stammt aus dem Ausland. Bei 20 Prozent lebten die Herkunftsfamilie bzw. die jungen Volljährigen selbst ganz oder teilweise von Transferleistungen.

Erziehungsberatungen in Hamburg meist wegen familiärer Konflikte

Im Laufe des Jahres 2017 sind in Hamburg 4.497 Erziehungsberatungen im Rahmen der Ju­gendhilfe abgeschlossen worden. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der beendeten Erziehungsberatungen geringfügig um 0,4 Prozent.Bei 43 Prozent waren familiäre Konflikte (z.B. Partnerkon­flikte, Sorgerechtsstreitigkeiten, Scheidung/Trennung, Eltern/Stiefeltern-Kind-Konflikte, kultu­rell bedingte Konfliktlagen) die Hauptursache für die Beratung, so das Statistikamt Nord. 22 Prozent der Beratungen erfolgten wegen einer eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern oder der Sorgeberechtigten (z.B. pädagogische Überforderung, Erziehungsunsicher­heit). Bei weiteren 13 Prozent waren Problemlagen der Eltern (etwa Erkrankung, Behinde­rung, Suchtverhalten) der Auslöser. 71 Prozent der Erziehungsberatungen endeten mit dem Erreichen der Beratungsziele. Die durchschnittliche Dauer einer Beratung betrug sechs Monate.

Herkunft und Alter der Unterstützten

29 Prozent der Unterstützten waren jünger als sechs Jahre und 38 Prozent waren zwischen sechs und elf Jahren alt. Die Zwölf- bis 17-Jährigen stellten 29 Prozent und junge Volljährige vier Prozent der Betroffenen. Bei 36 Prozent der Betroffenen stammte mindestens ein Elternteil aus dem Ausland und bei 20 Prozent lebten die Herkunftsfamilie bzw. die jungen Volljährigen ganz oder teilweise von Transferleistungen.

Hintergrundinformationen

Mit Erziehungsberatungen soll Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Klä­rung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrunde lie­genden Ursachen geholfen werden. Die mit der Durchführung betrauten Stellen sind dabei oft eine erste Anlaufstelle, die die jungen Menschen alleine oder mit ihren Eltern bzw. ihrer Fami­lie betreuen.

Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein vom 08.10.2018

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