Hilfen zur Erziehung

Neue Statistik: Erziehungsberatungen in Schleswig-Holstein und Hamburg in 2018

Eine Frau sitze im Hintergrund und schaut ernst, im Vordergrund ist ein trauriges in sich gekehrtes Mädchen zu sehen
Bild: rawpixel.com

In 2018 sind sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein im Rahmen der Jugendhilfe weniger Erziehungsberatungen abgeschlossen worden als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Beratungen war hauptsächlich durch Belastungen infolge familiärer Kon­flikte bedingt.

Zahl der Erziehungsberatungen in Schleswig-Holstein leicht rückläufig

Im Laufe des Jahres 2018 sind in Schleswig-Holstein im Rahmen der Jugendhilfe 15.931 Er­ziehungsberatungen abgeschlossenen worden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rück­gang um gut zwei Prozent, so das Statistikamt Nord.

Hauptgrund für die Erziehungsberatungen waren in 45 Prozent der Fälle Belastungen durch familiäre Konflikte (z. B. Partnerkonflikte, Sorgerechtsstreitigkeiten, Scheidung/Trennung, Eltern/Stiefeltern-Kind-Konflikte oder kulturell bedingte Konfliktlagen). Auf Entwicklungsauffäl­ligkeiten bzw. seelische Probleme des jungen Menschen (wie Entwicklungsrückstände, Ängs­te, Zwänge) sowie auf eine eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personen­sorgeberechtigten (z. B. pädagogische Überforderung, Erziehungsunsicherheit) gingen jeweils 13 Prozent der Erziehungsberatungen zurück. Problemlagen der Eltern (etwa Erkrankung, Behinderung, Suchtverhalten) waren bei elf Prozent der Hauptgrund.

Bei 75 Prozent aller Erziehungsberatungen wurden die Beratungsziele erreicht. Die durch­schnittliche Dauer einer Beratung betrug fünf Monate.

25 Prozent der Unterstützten waren jünger als sechs Jahre. Die Sechs- bis Elfjährigen stellten 35 Prozent, die Zwölf- bis 17‑Jährigen 30 Prozent und die ab 18‑Jährigen zehn Prozent der Klientinnen und Klienten.

15 Prozent aller Betroffenen hatten einen Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil stammte aus dem Ausland) und bei 19 Prozent lebte die Herkunftsfamilie bzw. die jungen Volljährigen selbst ganz oder teilweise von Transferleistungen.

Weniger Erziehungsberatungen auch in Hamburg

Im Laufe des Jahres 2018 sind in Hamburg im Rahmen der Jugendhilfe 4.299 Erziehungsbe­ratungen abgeschlossen worden. Das sind gut vier Prozent weniger als im Vorjahr, so das Statistikamt Nord.

44 Prozent dieser Beratungen waren hauptsächlich durch Belastungen infolge familiärer Kon­flikte (z. B. Partnerkonflikte, Sorgerechtsstreitigkeiten, Scheidung/Trennung, Eltern/Stiefeltern-Kind-Konflikte oder kulturell bedingte Konfliktlagen) bedingt. Bei 26 Prozent der Fälle war eine eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder der Personensorgeberechtigten (wie pädagogische Überforderung, Erziehungsunsicherheit) und bei zwölf Prozent eine Belastung des jungen Menschen durch Problemlagen der Eltern (etwa Erkrankung, Behinderung, Sucht­verhalten) der Hauptgrund für die Beratung.

70 Prozent der Erziehungsberatungen endeten mit der Erreichung der Beratungsziele. Die durchschnittliche Dauer einer Beratung lag bei fünf Monaten.

29 Prozent der unterstützten Personen waren jünger als sechs Jahre und 38 Prozent zwi­schen sechs und elf Jahre alt. Die Zwölf- bis 17‑Jährigen stellten 28 Prozent und die jungen Volljährigen fünf Prozent der Betroffenen.

Bei 37 Prozent der Betroffenen stammte mindestens ein Elternteil aus dem Ausland. Bei 17 Prozent lebten die Herkunftsfamilie bzw. die jungen Volljährigen ganz oder teilweise von Transferleistungen.

Hinweis

Mit Erziehungsberatungen soll Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Klä­rung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrunde lie­genden Ursachen geholfen werden. Die mit der Durchführung betrauten Stellen sind dabei oft eine erste Anlaufstelle, die die jungen Menschen alleine oder mit ihren Eltern bzw. ihrer Fami­lie betreut.

Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein vom 07.10.2019

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