Hilfen zur Erziehung

Neue Forschungsergebnisse zum Pflegekinderwesen

Es gibt einige neue Forschungsergebnisse aus dem Bereich des Pflegekinderwesens, die im Verlaufe der kommenden Monate im Rahmen von Veranstaltungen und Symposien der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Universität Ulm

1. Berücksichtigung traumatischer Lebenserfahrungen von Pflegekindern bei der Hilfeplanung 

Zum Inhalt:
Pflegekinder haben in ihrer Herkunftsfamilie häufig beängstigende Situationen erlebt (z.B. Vernachlässigung, Verwahrlosung, körperliche Misshandlung), die eine Fremdunterbringung erforderlich machten. Die Fremdunterbringung wird meist als bereits ausreichende Maßnahme zur Sicherung des Kindeswohls angesehen, so dass den Kindern häufig keine zusätzlichen Hilfen zukommen.
Pflegekinder weisen jedoch aufgrund zahlreicher psychosozialer und biologischer Risikofaktoren eine hohe Rate von Entwicklungsauffälligkeiten und emotionalen Verhaltensproblemen, z.B. Traumafolgestörungen, auf.
Zur rechtzeitigen Erkennung dieser Entwicklungsauffälligkeiten und Verhaltensprobleme und Einleitung einer störungsspezifischen Behandlungoder Fördermaßnahme ist eine Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Gesundheitssystem wesentlich. Eine wichtige Voraussetzung hierzu ist eine Sensibilisierung der Helfersysteme für die besonderen Probleme und Bedürfnisse von Pflegekindern und für das Erkennen von Traumafolgestörungen.

Die Uni Ulm stellt ihre Studie bei einer Fachtagung des Aktiv-Verbund-Berlin am 26.Mai 2011 in Berlin vor. Inhalte der Veranstaltung stellen eine kurze Einführung in Traumafolgestörungen bei Pflegekindern und Vorschläge zur Optimierung der Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Gesundheitssystem bei der umfassenden Hilfeplanung dar.

Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.

2. Forschungsprojekt: Traumafolgen bei Pflegekindern
Versorgung traumatisierter Pflegekinder

Ein Symposion am Freitag, den 17.6.2011 mit folgenden Themen:

•Vernetzung an der Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendlichenpsychatrie, Psychotherapie und Jugendhilfe
•Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der *Traumasensibilität" und "Traumapädagogik"
•Kontinuitätssichernde Strukturen und Verfahren im Pflegekinderwesen * Rückführung von Pflegekindern nach belastender Vorgeschichte

und Workshops:

•stabilisierende Prinzipien im (trauma)pädagogischen Alltag
•Häuslicher Gewalt, Traumatisierung und Umgangsfragen bei PflKind.
•Rückführung von Pflegekindern nach belastgender Vorgeschichte
•Einführung in die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie.

Weitere Infos zum Forschungsprojekt finden Sie hier.

Universität Siegen

Forschungsschwerpunkt „Forschung zum Aufwachsen in Pflegefamilien“

Nach dem großen Interesse an den Fachtagungen in den vergangenen Jahren findet in diesem Semester eine Vortragsreihe statt, bei der herausragende Untersuchungen zum Aufwachsen in Pflegefamilien (Pflegekinder, Pflegeeltern, Herkunftsfamilie, professionelle Dienste) vorgestellt und diskutiert werden.

Diese Vortragsreihe wird von Studierenden im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit der Universität Siegen vorbereitet, begleitet und ausgewertet. Zu den Vorträgen laden wir MitarbeiterInnen aus Pflegekinder- und allen anderen sozialen Diensten, Pflegeeltern, (ehemalige) Pflegekinder, WissenschaftlerInnen, Studierende sowie alle anderen Interessierten herzlich ein.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt erhalten Sie hier.

Veranstaltungsübersicht
Bundesweite Pflegekindertagung
Termin: 14.-16.09.2011
Ort: Universität Siegen

Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt Pflegekinderstimme
Termin: 11.03.2011
Ort: Düsseldorf

ISS/IGfH-Forschungskolloquium Erziehungshilfen 2011
Termin: 11.-12.03.2011
Ort: Frankfurt

Quelle: moses-online.de

asta

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