Hilfen zur Erziehung / Kinderschutz

Ministerin Schäfer würdigt Leistung der Familienberatungsstellen

Nordrhein-Westfalens Familienministerin Ute Schäfer hat gestern die Erziehungsberatung als zentralen Baustein eines präventiven Angebotes für Familien bezeichnet.

"Wir setzen auf die Erziehungsberatung als niedrigschwellige Hilfe. Sie steht allen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern offen und ist für diese kostenlos. Die 267 Familienberatungsstellen im Land leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag. Sie beraten durchschnittlich pro Jahr in rund 165.000 Fällen professionell und lebensnah bei Erziehungsfragen und -konflikten", erklärte Schäfer auf der Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. in Düsseldorf.

Das Land NRW habe deshalb die Förderung der Familienberatungsstellen in diesem Jahr um zusätzlich 1,7 Millionen Euro auf nun insgesamt 20,3 Millionen Euro erhöht und damit die von der Vorgängerregierung beschlossenen Kürzungen in der Familienhilfe korrigiert.

Die dreitägige Konferenz steht unter dem Thema "Übergänge". In den Vorträgen und Diskussionen geht es um die Hilfen für Familien und Kinder, die in Krisenzeiten wie Trennung und Scheidung der Eltern und bei Übergängen wie etwa der Einschulung eine Begleitung brauchen, damit sie stark bleiben.

"Übergänge sind sensible Lebensphasen, in denen manches aus der Balance geraten kann. Die wertvolle Arbeit der Erziehungsberatungsstellen kann helfen, die Dramatik von Veränderungen abzufedern", sagte Schäfer. Wichtig sei es, bei Erziehungsproblemen und Familienkonflikten frühzeitig zu beraten – bevor aus einem lösbaren Problem eine manifeste Störung wird.

Die Beratungsstellen sind immer eingebunden in das System der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort. Das heißt, sie wirken in ihren Kommunen in Arbeitsgemeinschaften mit – beispielsweise zu Frühen Hilfen, zum Kinderschutz und zu familiengerichtlichen Fragestellungen oder in psychosozialen Arbeitsgemeinschaften. "Diese Vernetzungsaufgaben sind außerordentlich wichtig, damit die verschiedenen Hilfesysteme ineinander greifen und als Ganzes funktionieren können", erklärte die Familienministerin.

Erfreulich sei die immer enger werdende Zusammenarbeit der Erziehungsberatung mit den Familienzentren. Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen gehörten mittlerweile zu deren wichtigsten Partnern. Sie böten beispielsweise Sprechstunden an, führten Elternabende durch oder unterstützten die Teams mit Supervision oder Fortbildungen. "Durch diesen niedrigschwelligen Zugang können viele Familien erreicht werden, die sonst nicht den Weg in die Beratungsstelle gefunden hätten", sagte Schäfer.

Quelle: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW

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