Hilfen zur Erziehung / Qualifizierung

Fachtagung „Aufwachsen woanders“: Was brauchen junge Menschen in der stationären Erziehungshilfe?

Jugendliche sitzen in einem Workshopraum und hören einem Vortrag zu.
Bild: © Feel good studio - fotolia.com

Was junge Menschen für ein möglichst gutes Aufwachsen brauchen und wie sich dies in den stationären Hilfen einlösen lässt, ist das Thema der diesjährigen Fachtagung des SOS-Kinderdorf e.V. vom 26. bis 27. September. Die Vorträge, Foren und Workshops der Tagung behandeln Aspekte aus aktuellen Kinder- und Jugendstudien sowie Erkenntnisse aus der Zukunfts- und Heimerziehungsforschung und sie bieten praktische Impulse für den pädagogischen Alltag.

Im Fokus der Fachtagung „Aufwachsen woanders – Was brauchen junge Menschen in der stationären Erziehungshilfe?“ stehen die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und davon abgeleitete pädagogische Fragestellungen sowie besondere Bedarfe und strukturelle Bedingungen in der Heimerziehung.

Bedarfe und strukturelle Bedingungen in der Heimerziehung

Rund 140.000 Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in einer Maßnahme der stationären Erziehungshilfe (Monitor Hilfen zur Erziehung 2018), wo sie „durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten“ gefördert werden sollen (§ 34 SGB VIII). Seit Einführung des SGB VIII haben sich die Angebote der Heimerziehung differenziert und professionalisiert. Heime und Wohngruppen sollen gute Lebensorte für Heranwachsende sein, in denen sie Zugehörigkeit und Anerkennung erleben und sich Perspektiven für die Zukunft erschließen können. Mit ihrem öffentlichen Erziehungsauftrag hat die Heimerziehung ihre institutionellen Strukturen sowie ihr pädagogisches Handeln zum Wohle von jungen Menschen und deren Familien zu gestalten. Daraus ergeben sich vielfältige Anforderungen und Möglichkeiten.

Pädagogische Fachlichkeit mit dem Ziel, jungen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen

Neben organisatorischen und planerischen Aufgaben, wie etwa der Hilfe- und Erziehungsplanung, gilt es, jungen Menschen in allen Lebensbereichen zur Seite zu stehen: sie auf ihrem Bildungsweg zu begleiten, ihre soziale Integration und Eigenständigkeit zu fördern und gesellschaftliche Teilhabe zu realisieren. Solide Kenntnisse zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, zu deren Bedürfnissen sowie zu fachlichen Ansätzen helfen Fachkräften, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Zu ihrer Professionalität gehört es auch, den pädagogischen Alltag zu gestalten – mit allem, was dazugehört – und sich als Bezugsperson zur Verfügung zu stellen. Denn in Alltagssituationen wie in Beziehungen vollzieht sich pädagogische Fachlichkeit in stationären Hilfen mit dem Ziel, jungen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Mädchen und Jungen, die in Heimeinrichtungen leben, haben zunächst einmal alterstypische Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten. Zudem bringen sie ihre persönlichen Erfahrungen und Belastungen mit in die Beziehungen zu Pädagogen und anderen jungen Menschen in der Gruppe. Wenn es gelingt, dass sie sich in Beziehungen angenommen fühlen, wenn sie wieder lernen, Vertrauen in Menschen zu fassen, dann können sie wachsen, Selbstbewusstsein aufbauen und letztlich eher mit Zuversicht nach vorne schauen.

Weiterführende Informationen

Veranstaltungsdatum: 26. / 27. September 2019
Veranstaltungsort: SOS-Botschaft für Kinder, Hotel Rossi, Lehrter Straße 66, 10557 Berlin

Das Tagungsprogramm steht in einem Info-Flyer (PDF, 549 KB) online zur Verfügung. Anmeldungen sind möglich bis zum 18. September.

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V.

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