Hilfen zur Erziehung

Fachtag "Beteiligung & Mitwirkung" - 150 Jugendliche und Fachkräfte diskutieren Beteiligung in der Heimerziehung

"Teamwork" steht auf einer Tafel geschrieben

Wie kann Partizipation im Alltag der Jugendhilfe gelingen? Dieser Frage sind beim Fachtag "Beteiligung & Mitwirkung" rund 150 Kinder, Jugendliche und Fachkräfte aus der Heimerziehung in Hennef nachgegangen. Unter dem Titel "Dabei sein. Beteiligt sein. Mitgestalten." näherten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Thema kreativ und spielerisch.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft mbH (CJG) hatten Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu eingeladen einen Tag lang auf Augenhöhe mögliche Beteiligungsformen in der Jugendhilfe zu diskutieren und zu üben.

"Uns war es wichtig, nicht nur über Beteiligung zu reden, sondern sie schon bei der Organisation der Veranstaltung mitzudenken", so LVR-Jugenddezernent Reinhard Elzer. "Deshalb haben wir auch keine Themen für die Arbeitsgruppen festgelegt, sondern die Jugendlichen haben sie gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften zu Beginn selbst entwickelt", ergänzt CJG-Geschäftsführerin Dr. Juliane Bommert.

"forumtheater inszene" macht Zuschauer zu Akteuren

Um sich den für sie wichtigen Inhalten spielerisch zu nähern, führte die Gruppe "forumtheater inszene" kurze Alltagsszenen vor. Das Publikum war dazu aufgerufen, in die Aufführung einzugreifen und Vorschläge zu machen, wie Jugendliche in der jeweiligen Szene besser beteiligt werden können. Aus dem Theaterprojekt kristallisierten sich schnell die Themen "Alltag, Regeln und der Umgang mit Medien", "Spannungsfeld zwischen pädagogischem Auftrag und Beteiligung", "Kinderkonferenzen und Gruppenbesprechungen", "Finanz- und Programmplanung und die Gestaltung der Wohngruppe" und "Möglichkeiten der Beschwerde" heraus.

In den anschließenden Workshops hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer - Jugendliche wie Erwachsene - die Möglichkeit ihre Wünsche und Vorstellungen von einer angemessenen Mitwirkung in der Jugendhilfe zu äußern und auf großen "Thementürmen" aufzukleben. Es zeigte sich, dass die Bedürfnisse vielfältig sind: "Wir brauchen Regeln, aber weniger und dafür gute Regeln", so lautete der Tenor unter den Jugendlichen. Auch müsse es möglich sein, Regeln zu verändern. Moderator Dr. Remi Stork war begeistert vom Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Der Austausch zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen funktioniert. Auch die jüngeren Gäste bringen sich mutig und ungeheuer kompetent in die Diskussionen ein."

Auch Dr. Juliane Bommert zog ein positives Fazit aus dem Fachtag: "Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein sehr wichtiges Thema in der Jugendhilfe. Hierfür hat der Fachtag einen entscheidenden Beitrag geleistet."

Quelle: Landschaftsverband Rheinland (LVR) vom 11.09.2012

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