Hilfen zur Erziehung

Fachkräfte der Frühen Hilfen aus Schleswig-Holstein treffen sich auf Fachtag

Flagge des Landes Schleswig-Holstein
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Rund 100 Fachkräfte der Frühen Hilfen aus Schleswig-Holstein nehmen heute, am 27. Oktober 2014, am Fachtag Frühe Hilfen teil, um Familien mit Kindern in schwierigen Lebenslagen zukünftig noch gezielter unterstützen zu können.

Im Fokus der Tagung stehen psychisch erkrankte Eltern mit Kindern bis zu 3 Jahren. Eingeladen haben hierzu das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, die DRK-Heinrich-Schwesternschaft e.V. sowie der Hebammenverband Schleswig-Holstein e.V.

Ministerin Kristin Alheit betont: "Familienhebammen und Familienkinderkrankenschwestern unterstützen im Rahmen der Frühen Hilfen das gesunde Aufwachsen von Kindern in den ersten Lebensjahren. Die kindliche Gesundheit kann jedoch durch eine psychische Krankheit der Eltern stark beeinträchtigt sein. Für die fachliche Begleitung der Familien ist eine gute Ausbildung und fortlaufende Qualifizierung unverzichtbar". Zudem seien eine enge Zusammenarbeit von Familienhebammen und Familienkinderkrankenschwestern wichtig, um die Familien zu erreichen.

Schleswig-Holstein verfolgt ein Modell der gemeinsamen Aus- und Fortbildung dieser beiden Berufsgruppen und wird dieses Mitte November im Rahmen einer bundesweiten Fachkonferenz präsentieren.

In Deutschland leben laut "Deutschen Ärzteblatt" (2010) etwa 3 bis 4 Millionen Kinder von Eltern mit einer psychischen Störung. "Bei einer Erkrankung der Eltern besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Kinder selbst einmal eine psychische Störung entwickeln", erklärt Maria Lüdeke, Vorsitzende der DRK-Heinrich-Schwesternschaft e.V.

Häufig fehlt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit

Die Teilnehmenden des Fachtags gehen der Frage nach, wie sich die elterliche Erkrankung auf die psychische Entwicklung der 0- bis 3-Jährigen auswirkt und wie mögliche Belastungszeichen bei Säuglingen und Kleinkindern und Auffälligkeiten in der Familie frühzeitig zu erkennen sind.

"Kinder sind mit der belasteten Familiensituation häufig überfordert. Es fällt ihnen schwer, das Verhalten der Eltern einzuschätzen", erklärt Margret Salzmann, Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein. Häufig fehlt den Kindern ein Gefühl von Sicherheit. Sie wirken ängstlich und zurückgezogen. Hier ist es erforderlich, die Ressourcen der Familie und insbesondere der Kinder zu stärken. Der Fachtag soll auch Kenntnisse vermitteln, wie die betroffenen Familien besser unterstützt werden können.

Hintergrundinformationen

Die Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ (2012 bis 2015) ist ein Bestandteil des am 01.01.2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes. Sie zielt darauf ab, das System Früher Hilfen bundesweit durch

 

  • den Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe Hilfen,
  • den Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich wie Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Familienkinderkrankenschwestern und
  • die Förderung ehrenamtlicher Strukturen

weiter auszubauen. Zielgruppe sind Schwangere und Familien mit Kindern bis zu 3 Jahre mit Unterstützungsbedarf. Kernidee der Frühen Hilfen ist es, bestehende Unterstützungsangebote miteinander zu verbinden und ggf. durch neue Maßnahmen zu ergänzen.

Die Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein erhalten 2014 im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen insgesamt 1,5 Miollionen Euro.
Das Land Schleswig-Holstein hat für die landesweite Aus- und Fortbildung von Familienhebammen und vergleichbaren Gesundheitsberufen einen Qualitätszirkel mit der DRK Heinrich-Schwesternschaft und dem Hebammenverband Schleswig-Holstein initiiert.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein vom 27.10.2014