Hilfen zur Erziehung

Expertise erschienen: "Das Ausland als Lebens- und Lernort"

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In der heute (20. Juni 2013) erschienen Expertise „Das Ausland als Lebens- und Lernort. Interkulturelles Lernen in der Individualpädagogik“ untersucht Willy Klawe die Möglichkeiten und Bedingungen interkulturellen Lernens im Ausland für Jugendliche in individualpädagogischen Maßnahmen.

Ein (kleiner) Teil der intensiven individualpädagogischen Betreuungen im Rahmen der Erziehungshilfen wird im Ausland durchgeführt und findet immer dann die Aufmerksamkeit der Medien und Öffentlichkeit, wenn es einmal nicht so läuft, wie Pädagoginnen und Pädagogen es sich gedacht haben. Welche Lern- und Erfahrungschancen sich für Jugendliche durch eine Betreuung im Ausland ergeben können, stößt dagegen bislang  auf viel weniger Interesse. Dabei sind die Möglichkeiten eines immer wichtiger werdenden interkulturellen Lernens und die Auswirkungen auf den Erwerb sozialer Kompetenzen erheblich.

Einzelne Träger der Dachverbände Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik (be) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik AIM haben daher bei dem Hamburger Institut für Interkulturelle Pädagogik (HIIP) eine Expertise in Auftrag gegeben, die die Möglichkeiten und Bedingungen interkulturellen Lernens für die AdressatInnen individualpädagogischer Maßnahmen im Ausland und deren Wirkungen für das im Rahmen der Erziehungshilfen angestrebte soziale Lernen untersuchen sollte.
Die jetzt vorlegte Studie, durchgeführt unter der Leitung von Prof. Willy Klawe, macht deutlich, dass bei entsprechender pädagogischer Begleitung und durch Einbeziehung örtlicher Netzwerke und Kooperationen interkulturelle Lern- und persönliche Entwicklungsprozesse ausgelöst werden, die die im Hilfeplan angestrebten und vereinbarten Entwicklungsziele entscheidend unterstützen und um den Erwerb interkultureller Kompetenzen ergänzen können.

Die vorliegende Expertise beschreibt zunächst, welche Bedeutung dem Lebensort Ausland bislang in den konzeptionellen Entwürfen individualpädagogischer Maßnahmen beigemessen wird und identifiziert ein erhebliches Entwicklungspotenzial, wird der Lebensort  Ausland systematisch als Lernort pädagogisch gestaltet und genutzt. Im Rahmen einer Sekundäranalyse von Studien über internationale Jugendbegegnungen, Workcamps oder Au-Pair-Aufenthalte, Entsendung von MitarbeiterInnen ins Ausland oder Auslandsstudien oder -praktika und ihre Effekte auf Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen sowie empirischen Befunden zu den Lernprozessen bei interkulturellen Begegnungen und Erfahrungen mit fremden Kulturen, werden die förderlichen und hilfreichen Rahmenbedingungen erfolgreicher interkultureller Verständigung genauer beschrieben.

Zusammen mit einem Überblick über die pädagogische Gestaltung interkultureller Lernprozesse und einer Beschreibung der hierfür zu Verfügung stehenden Methoden bietet dieses Material die Grundlage, um schließlich im Kern der Expertise Anregungen für die konkrete pädagogische Gestaltung interkultureller Erfahrungssituationen, deren Bearbeitung sowie deren Verknüpfung mit den Zielen individualpädagogischer Betreuung zu geben.

In diesem Sinne ist diese jetzt vorgelegte Expertise ein engagiertes Plädoyer dafür, die Lern- und Entwicklungschancen, die sich durch eine individualpädagogische Betreuung im Ausland ergeben, durch verantwortliche pädagogische Gestaltung tatsächlich im Interesse der betreuten Jugendlichen zu nutzen.

Die Expertise ist zu beziehen als Buch zu einem Preis von 10,- € inkl. Porto über:

Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V.
Geschäftsstelle
Oesterholzstr. 85-91
44145 Dortmund
Telefon: 0231-9999490
E-Mail: info@DontReadMebe-ep.de

oder

Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik e.V.
Geschäftsstelle
Aachener Str. 1158a
50858 Köln
Telefon: 02234-2008845
E-Mail: info@DontReadMeaim-ev.de

Ebenso kann sie als PDF-Dokument heruntergeladen werden über die Internetseiten der Dachverbände: www.be-ep.de und www.aim-ev.de

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