Hilfen zur Erziehung

Erziehungshilfe: DGSF begrüßt die Zunahme familienorientierter Hilfen

Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt die Entwicklung und hält eine weitere Ausweitung familienorientierter Hilfen für sinnvoll und geboten.

Die Zahl der im Jahr 2011 neu begonnenen erzieherischen Hilfen ist – nach vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen – im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben. Leicht zugenommen hat allerdings die Zahl der familienorientierten Hilfen. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt diese Entwicklung und hält eine weitere Ausweitung familienorientierter Hilfen  – auch angesichts knapper finanzieller Mittel – für sinnvoll und geboten.

„Wir begrüßen, dass die familienorientierten Hilfen innerhalb des Gesamtvolumens der ‚Hilfen zur Erziehung‘ eine Steigerung erfahren. Und wir sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, Familien auch weiter stärker in den Blick zu nehmen“, kommentiert Björn Enno Hermans, Geschäftsführer eines großen Jugendhilfeträgers und Vorstandsmitglied der DGSF die jetzt veröffentlichten Zahlen. Danach haben rund 53.200 Familien im Jahr 2011 eine familienorientierte Hilfe (Flexible Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII und Sozialpädagogische Familienhilfe) neu erhalten. Das ist eine Steigerung um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Fachverband DGSF sind viele beraterisch-therapeutisch qualifizierte Fachkräfte der Sozialen Arbeit organisiert, die zu einem hohen Anteil in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Systemische Fachkräfte seien gewohnt, unterstützende Systeme als Ressource zu aktivieren und Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in ihren Kompetenzen und ihrer Verantwortung zu stärken, so Hermans: „Familienorientierte und familienunterstützende Hilfen sind in der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich und langfristig Kosten sparend ebenso wie im Gesundheitswesen.“ Die jüngst begonnene Diskussion um die „Kostenexplosion“ in der Jugendhilfe, zielend auf die Abschaffung des individuellen Anspruchs auf Erziehungshilfe führe hingegen kaum weiter. Große Jugendhilfestudien, etwa „JES“  oder „JuLe“, zeigten, dass Jugendhilfe wirksam sei und dass es immer um eine gelingende Zusammenarbeit aller Beteiligten gehe. Und in der Kooperation mit unterschiedlichen Systemen seien systemisch ausgebildete Fachleute besonders erfahren.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) vom 13.09.2012

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