Hilfen zur Erziehung

„Denn bin ich unter das Jugendamt gekommen“ – Ausstellung in Bremen zur Jugendhilfe in der NS-Zeit

Ein trister Ausblick

Geschichte in Erinnerung rufen, Opfern ein Gesicht geben – das soll die aktuelle Ausstellung in der Bremischen Bürgerschaft. Sie zeigt die Jugendhilfe während der NS-Zeit. „Diese Ausstellung rüttelt auf“, bekannte der Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft, Frank Imhoff. Er war von den Bildern gefangen und bat eindringlich: „Bitte schauen Sie hin.“

Die Ausstellung „Denn bin ich unter das Jugendamt gekommen“ rekonstruiert den Heimalltag vieler Kinder zwischen 1933 und 1945 in bremischen Heimen. „Damit verbunden waren: Züchtigung, Arrest, Zwangsarbeit, der Tod“, sagte Landesdiakoniepastor Manfred Meyer. „Das klingt nicht nach einem Alltag von Kindern. Kinderheime aber waren Konzentrationslager der Kleinen“. Im Auftrag des diakonischen Werks ist das Forschungsprojekt und die Ausstellung entstanden.

Eines von 3.000 Kindern in einem Bremer Heim war Helmut Bödeker, der mit 21 Jahren in der Tötungsanstalt Hadamar in Hessen ums Leben kam. Seine Erinnerungen hielt er in handschriftlichen Aufzeichnungen fest. „Denn bin ich unter das Jugenamt gekommen" heißt es dort, und dieser Satz (dessen Fehler im Original bewusst übernommen wurde) ist Titel dieser Wanderausstellung geworden. Nach der Bremischen Bürgerschaft wird die Ausstellung auch in der Staats- und Universitätsbibliothek gezeigt und im Herbst in der Stadtbibliothek.

Die Ausstellung ist vom 8.3 bis zum 25.3. jeweils Mo-Fr. von 10-17 Uhr im Haus der Bürgerschaft zu besichtigen (Einschränkungen wegen weiterer Veranstaltungen sind möglich). Mehr Informationen zur Wanderausstellung gibt es auf der Webseite der Diakonie Bremen.

Quelle: Bremische Bürgerschaft vom 07.03.2019

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