Hilfen zur Erziehung / Kinder- und Jugendpolitik

Berlin: Modellprojekt für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf gestartet

Ein Mädchen fährt sich mit der Hand durch ihre blauen Haaren udn schaut auf eine Mauer mit Graffiti
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Drogenmissbrauch, Schuldistanz, psychiatrische Störungen, mangelnde Mitwirkung bei Hilfsangeboten sowie häufige Einrichtungswechsel – manche Kinder und Jugendliche haben einen komplexen Hilfebedarf und sind durch standardisierte Angebote der Kinder- und Jugendhilfe nicht mehr erreichbar. Für diese Zielgruppe hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die „Berliner Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf” eröffnet.

Die Koordinierungsstelle zur Entwicklung flexibler Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf ist an den Berliner Notdienst Kinderschutz in der Mindener Straße in Charlottenburg angebunden.

Das Modellprojekt wurde in einer Arbeitsgruppe der Senatsverwaltung, der Jugendämter, der LIGA-Verbände und Vertretungen freier Träger entwickelt.

Alternativen zu bestehenden Angebotsformen

Die Koordinierungsstelle arbeitet nach dem Leitsatz: „Nicht die jungen Menschen müssen zu den Hilfen passen, sondern die Hilfen müssen zu den jungen Menschen passen.“ Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es daher, für die Zielgruppe Alternativen zu bestehenden Angebotsformen zu entwickeln.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Mit der Koordinierungsstelle machen wir deutlich: Wir geben niemanden auf, egal wie schwierig die Situation ist. Die Jugendämter, Senatsverwaltung und freie Träger erarbeiten in dem Modellprojekt konsequent gemeinsame Lösungen, auch wenn dies ungewöhnliche Wege erfordert. Ich unterstütze diesen Ansatz sehr, denn es geht um Kinder und Jugendliche, für die wir gemeinsam Verantwortung tragen.“

Aufgaben der Koordinierungsstelle

Das Modellprojekt ist mit 2,5 Personalstellen ausgestattet. Die Koordinierungsstelle übernimmt folgende Aufgaben:

  • Das Zusammenführen der Informationen und Erkenntnisse möglichst aller beteiligten Personen und Institutionen im jeweiligen Einzelfall.
  • Die Entwicklung eines gemeinsamen Fallverstehens aller Fachkräfte.
  • Die prozesshafte Entwicklung und Umsetzung individueller und tragfähiger Hilfesettings.
  • Die Bündelung der unterschiedlichsten Fachkompetenzen von erfahrenen Fachkräften in einem Verbund.
  • Im Doppelhaushalt 2018/19 stehen für das Modellprojekt pro Jahr 280.000 Euro zur Verfügung. Bei erfolgreicher Arbeit der Koordinierungsstelle ist ab 2020 eine Verstetigung des Projektes geplant.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 15.11.2018

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