Zukunftsforum Heimerziehung

140.000 junge Menschen und ihr Recht auf einen starken Lebensort

Mädchen guckt durchs Fenster
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Die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen veranstaltete eine Transfertagung des Zukunftsforums Heimerziehung. Ziel war und ist es, unter Beteiligung einer möglichst breiten Basis unterschiedlicher Akteure zentrale Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Heimerziehung zu erarbeiten.

Die Heimerziehung soll positive Lebensbedingung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien schaffen und bietet dafür vielfältige familienunterstützende und -ergänzende Angebote an. Sie stellt gleichsam eine der intensivsten öffentlichen Interventionen in den Lebensverlauf junger Menschen dar. In kaum einem anderen Bereich übernimmt der Staat eine vergleichbar große Verantwortung für das persönliche Leben und die soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Die Formen der Heimerziehung sollen einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe junger Menschen sowie ihrer Familien leisten und sind mit Fragen des Bildungszuganges, Auswirkungen von Armutslagen und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. Heimerziehung wird daher auch als Bestandteil von gesellschaftlicher Stigmatisierung der jungen Menschen wahrgenommen, sodass der Begriff selbst für das Leben in Wohngruppen in Frage steht.

Junge Menschen, Eltern, Fachkräfte und wissenschaftliche Expert(inn)en haben in einer zweijährigen Initiative gemeinsam herausgearbeitet, wie Heimerziehung als Lebensort gestärkt und als gesellschaftlich anerkannter und anerkennender Ort für junge Menschen und ihre Eltern erfahrbar werden kann. Ohne Nachhaltigkeitsperspektive wird das nicht gehen, dies zeigt das Abschlusspapier der Initiative Zukunftsforum Heimerziehung und ist auch Erkenntnis der vom Bundesjugendministerium geförderten bundesweiten digitalen Transfertagung des Zukunftsforums Heimerziehung.

Bundesministerin Franziska Giffey eröffnete die Transfertagung:

„Für mich als Jugendministerin ist es von großer Bedeutung, über die Heimerziehung zu sprechen. Mehr als 140.000 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in Deutschland können nicht zuhause aufwachsen. Viele von ihnen haben zuvor Schlimmes erlebt, sie waren Vernachlässigung oder Gewalt ausgesetzt. Es ist wichtig, dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bestmöglich auf dem Weg in ihre Selbständigkeit unterstützt werden. Sie sollen Wertschätzung und Achtung erfahren und es muss selbstverständlich sein, dass ihre Rechte nicht nur beachtet werden, sondern dass sie selbst über diese Rechte auch informiert sind. Mit all diesen Fragen hat sich das Zukunftsforum Heimerziehung befasst. Ich danke allen,
die daran mitgewirkt haben, für ihre Arbeit. Mit unserem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz werden wir die Rechte von Kindern und Jugendlichen weiterentwickeln und so die jungen Menschen stärken, in den Bereichen Teilhabe, Inklusion und Kinderschutz und mit der Einrichtung unabhängiger Ombudsstellen.“

„Die Zukunft der Heimerziehung wird sich an den Koordinaten Rechte – Teilhabe – Anerkennung – Nachhaltigkeit orientieren müssen. Grundlage ihres Handelns muss die Frage sein, wie sie für und mit den jungen Menschen ihre Grundrechte und sozialen Rechte in unserer Gesellschaft verwirklicht“, so die Organisator(inn)en der Transfertagung von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen in Frankfurt am Main.

Ziel der Initiative Zukunftsforum Heimerziehung war und ist es, unter Beteiligung einer möglichst breiten Basis unterschiedlicher Akteure zentrale Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Heimerziehung zu erarbeiten. Das vorliegende bündelnde Abschlusspapier des Zukunftsforum Heimerziehung verdichtet die Empfehlungen und Forderungen aus (Beteiligungs-) Werkstätten, Expertisen, Dokumentationen und der Diskussionen der begleitenden bundesweit besetzten Expert(inn)enrunde. Es macht deutlich, dass es notwendig ist, Heimerziehung neu in der Gesellschaft zu positionieren.

Quelle: Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen vom 24.03.2021

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