Niedersachsen

Startschuss für Wirksamkeitsstudie zur kommunalen Prävention

Ein kleines Mädchen vor schwarzem Hintergrund hält sich die Hände vor die Augen
Bild: Caleb Woods - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Eine neue niedersächsische Studie soll untersuchen, wie die aktuelle Kriminalprävention in den Kommunen wirkt – in Niedersachsen und bundesweit. Am 23.03.2021 fand für die beteiligten Städte und Gemeinden der Auftakt in Form einer Online-Veranstaltung statt.

In vielen Kommunen in Niedersachsen arbeiten zuständige Ämter, Bildungseinrichtungen, Zivilgesellschaft und Polizei in Präventionsräten zusammen. Über 30 dieser Städte und Gemeinden nutzen dabei den Präventionsansatz „Communities That Care“ (CTC; deutsch: „Gemeinden, die sich kümmern“). Der Landespräventionsrat im Niedersächsischen Justizministerium hat den ursprünglich in den USA entwickelten Präventionsansatz nach Deutschland übertragen und fördert seit 2013 Kommunen in der Anwendung dieser Strategie. Bei CTC erhalten Kommunen eine Reihe von wissenschaftlich überprüften Methoden für die Präventionsarbeit. Ein sicheres Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen steht dabei im Mittelpunkt, um Gewalt, Kriminalität und anderen Problemen vorzubeugen.

Studie zur Wirksamkeit von CTC

Der Landespräventionsrat will den Präventionsansatz „Communities That Care“ nun weiterentwickeln und arbeitet dazu mit zwei Hochschulinstituten zusammen, dem Institut für Psychologie der Universität Hildesheim und dem Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover. Die beiden Hochschulen haben in Kooperation mit dem Landespräventionsrat und dem Deutschen Präventionstag eine Studie zur Wirksamkeit von CTC konzipiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Studie mit rund 1,2 Millionen Euro für 3,5 Jahre. Im Rahmen der Studie werden in verschiedenen Bundesländern Kommunen, die CTC einsetzen, mit Kommunen verglichen, die andere Präventionsansätze verfolgen.

Justizministerin Barbara Havliza hob die bundesweite Bedeutung der Studie hervor:

„Diese Studie ist ein Meilenstein für die kommunale Prävention und die Arbeit des Landespräventionsrates. Zum ersten Mal in Deutschland werden Präventionsansätze in Kommunen so intensiv miteinander verglichen. Wir erwarten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der kommunalen Prävention und darüber, wie Landespräventionsgremien die Kommunen dabei effektiv unterstützen können.“

„Durch die Studie finden wir heraus, welche Arbeitsweisen und Strategien in der kommunalen Präventionsarbeit unter welchen Bedingungen besonders wirksam und kosteneffektiv sind“, betonte die Studienleiterin Ulla Walter, Direktorin des Instituts für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung.

Großes Interesse der Kommunen

Nach aktuellem Stand haben 40 Kommunen Interesse an der Studie bekundet. Im nächsten Schritt sollen in diesen Kommunen etwa 35.000 Schülerinnen und Schülern aus den dort rund 120 ansässigen weiterführenden Schulen für die Studie gewonnen werden. Außerdem sollen etwa 400 lokale Expertinnen und Experten wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Ressortleiterinnen und Ressortleiter, Verantwortliche aus Sozialeinrichtungen sowie Ehrenamtliche befragt werden.

Quelle: Justizministerium Niedersachsen vom 23.03.2021

Info-Pool