Sozialforschung / Kinder- und Jugendschutz

Präventionsmaterialien gegen sexualisierte Gewalt

Drei farbige Holzpüppchen
Bild: Tory Byrne   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen führt ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel "Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Themenbereich Sexualisierte Gewalt. Systematische Zusammenstellung und Entwicklung eines dynamischen Bewertungssystems zur Qualitätssicherung" (kurz: DynBPSG) durch.

Die Projektergebnisse des Forschungsprojektes DynBPSG werden in Form einer Materialdatenbank auf der Internetseite www.kinderschutzportal.de einer breiten Zielgruppe zugänglich gemacht und fließen in die Aus- und Fortbildung von Pädagogen ein.

Das Angebot an Kinder- und Jugendbüchern, Arbeitsblättern für den Unterricht und weiteren Materialien für die Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt ist vielfältig. Doch was zeichnet gute Präventionsmaterialien aus? An welchen Qualitätsmaßstäben können sich Pädagoginnen und Pädagogen orientieren und welche Materialien eignen sich für welche Zielgruppe?

Bisher gibt es im deutschsprachigen Raum kein Bewertungssystem für die Beurteilung der Qualität von Präventionsmaterialien. An diesen Bedarf aus der Praxis knüpft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Themenbereich Sexualisierte Gewalt. Systematische Zusammenstellung und Entwicklung eines dynamischen Bewertungssystems zur Qualitätssicherung" an. Das dreijährige Forschungsprojekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Sarah Yvonne Brandl an der KatHO Münster durchgeführt.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines dynamischen Bewertungssystems für Präventionsmaterialien, welches eine Qualitätsbewertung bereits existierender Materialien ermöglicht und zugleich auf künftige Präventionsmaterialien angewendet werden kann. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird ein Kriterienkatalog entwickelt, der Nutzer*innen ermöglicht, eigenständig kriterienorientiert Präventionsmaterialien zu bewerten.

Zur Entwicklung des dynamischen Bewertungssystems werden Diskussionsworkshops durchgeführt, in deren Rahmen notwendige Bewertungsmaßstäbe erhoben, diskutiert und strukturiert werden. Der daraufhin zu entwickelnde Kriterienkatalog wird die Grundlage zur Bewertung einer Auswahl von Präventionsmaterialien bilden. Der Katalog berücksichtigt zielgruppenspezifische Aspekte, wie z.B. Alter, Entwicklungsverzögerungen oder geschlechtssensible Aspekte der adressierten Kinder und Jugendlichen. Das Bewertungsraster wird an ausgewählten Materialien erprobt, überarbeitet und weiterentwickelt.

Anbieter*innen von Präventionsprojekten oder Fachkräfte aus pädagogischen bzw. sozialen Kontexten, die selbst Präventionsprojekte mit Kindern bzw. Jugendlichen durchführen möchten, können sich an den erarbeiteten Qualitäts- und Bewertungskriterien orientieren.

Die Anwendung des Kriterienrasters erleichtert die Auswahl von Angeboten, die Kinder und Jugendliche in altersentsprechender Form über sexualisierte Gewalt aufklären, und trägt zu einer Förderung der Präventionskompetenz der Anwender*innen und zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz bei. Der Nutzen des Bewertungssystems liegt sowohl in der Ergebnis- als auch in der Prozessorientierung, wobei vor allem der dynamische Aspekt des Bewertungsprozesses einen zentralen Bestandteil der Förderung von Präventionskompetenz darstellt.

Unter Einbeziehung des Webauftrittes des Fördervereins Kinderschutzportal e.V. werden für die Darstellung der Projektergebnisse neue Webseiten entstehen sowie in das bestehende Onlineportal integriert, die eine systematische Sammlung von Präventionsmaterialien, eine Auswahl bewerteter Materialien sowie die entwickelten Kriterien zur eigenständigen Bewertung von Präventionsmaterialien präsentieren.

Kontakt

Projektleitung: Prof. Dr. Sarah Yvonne Brandl
E-Mail: y.brandl@DontReadMekatho-nrw.de
Telefon: (0)251-41767-34

Quelle: Deutscher Präventionstag vom 05.03.2016 / Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

INT 3.0 – Namensnennung – keine Bearbeitung CC BY-ND 3.0

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