Sozialforschung

Kinderarmut weit niedriger als bislang angenommen

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, liegt die Zahl der von Armut betroffenen Kinder in Deutschland weit niedriger als bislang auf Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) angenommen.

So habe das für die Berechnung zuständige Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Rahmen einer umfassenden Datenkorrektur nunmehr einen Wert von aktuell 8,3 Prozent ermittelt.

Noch im Jahr 2009 war man von einer 16,3-prozentigen Kinderarmutsquote ausgegangen. Im Lichte der nun bereinigten Zahlen habe die Kinderarmut 2009 tatsächlich nur bei zehn Prozent gelegen. Als Fehlerursache wird eine deutlich abnehmende Bereitschaft zur Teilnahme an Haushaltsbefragungen und die sich daraus ergebende Notwendigkeit zu statistischen Hochrechnungen angegeben. Das bislang zugrundegelegte Hochrechnungsverfahren habe sich als fehlerhaft erwiesen und sei nunmehr korrigiert worden, wie DIW-Experte Markus Grabka der FTD gegenüber angab.