Kindheitsforschung

Neuer Mikrozensus belegt: Deutschland ist arm an Kindern aber reich an armen Kindern

Ein Vater mit Kindern
Bild: sxc

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus sind in der Bundesrepublik Deutschland nur noch 16,5 Prozent der 81 Millionen Menschen jünger als 18 Jahre.

Dieser Anteil lag vor zehn Jahren noch bei 18,8 Prozent. Damit sei Deutschland das "kinderärmste Land Europas", erläuterte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, die neuen Zahlen in Berlin. Während in Westdeutschland die Zahl der Kinder und Jugendliche seit 2000 um zehn Prozent sank, verzeichnete Ostdeutschland sogar eine Reduzierung um 29 Prozent.

Im benachbarten Europa sehen die Zahlen besser aus. So liegt beispielsweise in Frankreich der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung bei mehr als 22 Prozent. Die Franzosen sind schon seit den frühen 1980er-Jahren darum bemüht, mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Aber auch Großbritannien, die Niederlande sowie die skandinavischen Länder erreichen einen Anteil von über 20 Prozent. Angeführt wird die Liste allerdings von der Türkei. Fast jeder dritte (31,2 Prozent) der über 72 Millionen Türken ist laut der Übersicht jünger als 18 Jahre.

Ernüchternd sind auch die neuen Zahlen zur Kinderarmut: Jedes sechste Kind in Deutschland ist – laut einem vom Statistischen Bundesamt in Berlin vorgestellten Bericht über die Lebenslage von Kindern in der Bundesrepublik - von Armut bedroht. 15 Prozent der über 13 Millionen Kinder und Jugendlichen gelten danach als armutsgefährdet. Das bedeutet, dass das Netto-Einkommen in ihrem Elternhaus unter dem Schwellwert von 11.151 Euro pro Jahr liegt.
In Haushalten von Alleinerziehenden ist die Armutsgefährdung besonders groß. Hier betrifft es mehr als jedes dritte Kind, dass nur von Mutter oder Vater betreut wird.

Quelle: Tagesschau.de