Kindheitsforschung / Bildungspolitik

Kultusminister Althusmann besucht nifbe

Die frühkindliche Bildung und ihre zentralen Herausforderungen standen im Fokus eines Besuches des niedersächsischen Kultusministers Dr. Bernd Althusmann beim Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) in Osnabrück.

Althusmann unterstrich im Gespräch mit Vorstand, ForscherInnen und MitarbeiterInnen der Koordinierungsstelle des nifbe, das die frühkindliche Bildung ihm ein Herzensanliegen und ein Schwerpunktthema für das Kultusministerium und die derzeitige Präsidentschaft bei der Kultusministerkonferenz sei.

Beeindruckt zeigte sich der Kultusminister von der bundesweit einmaligen Struktur und Zielsetzung des nifbe mit seinen Standbeinen Forschung, Vernetzung und Transfer. „Wir verbinden“, so nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer, „Forschung und Praxis auf eine Weise, wie es nirgendwo anders in Deutschland möglich ist.“ Durch das „Gegenstromprinzip“ profitiere die Praxis von neuesten Erkenntnissen und Ergebnissen aus der Forschung und die Forschung durch direkte Erfahrungen und Problemstellungen aus der Praxis. So werde die Forschung praxistauglicher und die Praxis wissenschaftsbasierter. Vorstandsmitglied Dieter Wuttig wies dem nifbe eine zentrale „Scharnier- und Mittlerfunktion“ im heterogen aufgestellten Feld der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Niedersachsen zu und markierte die bestmögliche Förderung der ersten Jahre unserer Kinder „als verbindliche Gemeinschaftsaufgabe aller Beteiligten.“

Zentrale Herausforderungen

Als zentrale Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung hob Minister Althusmann die Sprachförderung, den Übergang von der KiTa in die Grundschule und auch ein Verbesserung der interkulturellen Kompetenz in Krippe und Kita heraus. Demnach hat jedes vierte Kind in Niedersachsen einen Migrationshintergrund und muss schon im Elementarbereich die Chance auf Bildung und hier insbesondere zum Erlernen der deutschen Sprache bekommen. Hier setzt, wie Prof. Dr. Heidi Keller ausführte, auch eine in Kooperation des nifbe mit der Niedersächsischen Integrationsbeauftragten entwickelte und durchgeführte ErzieherInnen-Fortbildung zur Interkulturellen Kompetenz an. Ergänzt durch Tagungen in den Regionalnetzwerken des nifbe und Handreichungen würde diese Fortbildungskampagne auch in diesem Jahr fortgesetzt und intensiviert.

Plädoyer für gemeinsames Bildungsverständnis

Nachdrücklich sprach sich Althusmann für ein gemeinsames Bildungsverständnis für Kinder von 0 -10 Jahren aus. Als „roten Faden“ hierfür und für ein „Denken in Bildungsbiographien“ wiesen Prof. Dr. Julius Kuhl und Prof. Dr. Claudia Solzbacher auf die Entwicklung der Selbstkompetenz und die individuelle Förderung und Begabungsentfaltung von Kindern hin. Hierfür würden derzeit Diagnose-Instrumente und Förderverfahren entwickelt und erprobt.

Gemeinsam mit den nifbe-VertreterInnen diskutierte der Kultusminister auch einen für Niedersachsen geplanten gemeinsamen Studiengang für ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen. Hierzu liegt eine Expertise der nifbe-Forschungstelle Elementarpädagogik vor, die in Kürze den Ministerien und Hochschulen vorgestellt werden soll: „Hier gibt es“, so Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, „einige Fallstricke und Stolperfallen zu beachten.“

Perspektivisch, so Althusmann, müssten die Aufstiegs-Chancen für ErzieherInnen verbessert und der Berufsstand aufgewertet werden. An diesem Punkt setzt, wie nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka ausführte, auch das durch das Bundesfamilienministerium geförderte nifbe-Modellprojekt „Professionalisierung, Transfer und Transparenz im frühpädagogischen Praxis- und Ausbildungsfeld“ an. Unter anderen würden hier gemeinsam mit allen Beteiligten Konzepte für mehr Kooperation und Durchlässigkeit zwischen Fach- und Hochschulausbildung sowie Fort- und Weiterbildung für ErzieherInnen entwickelt.

Weiter intensive Zusammenarbeit geplant

Für die Zukunft sprach sich Minister Althusmann für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen nifbe und Kultusministerium aus. Neben einer schon angebahnten gemeinsamen Umsetzung des neuen Sprachförderkonzepts in die KiTa-Praxis und einer konkreten Kooperation mit dem Brückenjahr regte er auch eine Vernetzung des nifbe mit den Studienseminaren sowie den neu geplanten Kompetenzzentren für Lehrerfortbildung an. So könne sich das nifbe weiter als fester Baustein im Bereich der Elementar- und Primarbildung etablieren und dazu beitragen, dass Niedersachsen hier eine Vorreiterfunktion einnehme.

Quelle: Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)

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