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Kindheitsforschung

Jugendliteratur trotz Internetkonkurrenz auf Höhenflug

Wer schon immer gedacht hat, dass sich die Jugend im Internetzeitalter zunehmend vom Medium Buch verabschiedet, wird durch die neuesten Zahlen des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB) eines Besseren belehrt.

Demnach erfährt die Kinder- und Jugendliteratur derzeit auch trotz wachsender Konkurrenz einen regelrechten Höhenflug. Gut 26 Prozent Umsatzsteigerung konnte dieser Sektor von Januar bis Juli 2009 im Vergleich zum Vorjahr erzielen. "Kinder- und Jugendbücher verkauften sich im letzten Jahr außerordentlich gut", bestätigt Silke Rabus vom HVB gegenüber pressetext.

"Große Umsatzeinbußen hatten wir in den letzen Jahren nicht mehr und auch 2009 ist kein Umsatzrückgang zu bemerken", erfährt pressetext im Gespräch mit Franziska Schweizer, Leiterin im Bereich Einkauf und Verkauf beim renommierten Wiener Spielzeugschachtel Kinderbuchladen. Auch im Internetzeitalter würden die Kinder beschenkt und gefördert. Da komme das "gute, alte Kinderbuch" wieder zum Einsatz. "Kinder finden Lesen cool und lieben Geschichten. Dies wird spätestens klar, wenn man sie in der Buchhandlung oder Bibliothek beobachtet", ist Schweizer überzeugt.

Lesen als Voraussetzung für Internetkompetenz

Die moderne Kommunikationstechnologie müsse dabei nicht unbedingt in Konkurrenz zur Kinderliteratur gesehen werden. "Ich glaube zwar, dass sich Kinder in der Regel - auch wenn sie Leseratten sind - für Filme oder Internet entscheiden würden, wenn sie die Wahl haben. Aber einen Computer oder das Web kann man nur dann sinnvoll bedienen, wenn man gelernt hat, nicht nur abzulesen, sondern darüber hinaus auch versteht, was man gelesen hat. Um diese Fähigkeit zu erlangen, braucht die Jugend schon ab dem Kleinkindalter eine reiche Auswahl an Büchern", betont Schweizer.

Die enorme Bedeutung von Büchern für die Kindesentwicklung sei dabei allgemein bekannt, und könne in vielen Publikationen nachgelesen werden. "In Büchern erfährt man etwas vom Leben. Kinder lernen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und bilden sich eine eigene Meinung. Positive Vorbilder, die in Büchern vorkommen, sind in dieser Hinsicht sehr hilfreich", fasst Schweizer zusammen.

Eltern sind gefordert

Allgemein betrachtet würde die Jugend heute aber sicherlich zu wenig lesen. "In Anbetracht der zunehmenden Medienkonkurrenz im Internetzeitalter sind Eltern gefordert, ihren Sprösslingen sinnvolle Grenzen zu setzen. Grundsätzlich sind die Erziehungsberechtigten aber immer noch der festen Überzeugung, dass Bücher gut für Ihre Kinder sind. Das gilt auch für Erwachsene, die selbst keine Bücher lesen", meint Schweizer.

Nicht nur aufgrund letztgenannter Tatsache ist die Expertin überzeugt, dass das Kinderbuch noch viele Jahre auf dem Markt überleben wird. "Ich sehe die Zukunft der Kinderliteratur keinesfalls pessimistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Kleinkind, das jetzt in einen Bilderbuch blättert und so ganz nebenbei und spielerisch Sinnliches und Haptisches erlernt, dann in der Zukunft mit einen E-Book in der Kuschelecke sitzt", so Schweizer abschließend.

Quelle: Pressetext.austria