Kindheitsforschung

Diözese Rottenburg-Stuttgart beauftragt forschenden Blick in Kinderheime der Nachkriegszeit

Ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart in Auftrag gegeben. Sie wolle sich so "verantwortungsvoll und pro-aktiv ihrer Vergangenheit stellen", sagte die für die Caritasarbeit in der Diözese zuständige Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp. Sie erwarte von der Studie möglichst viele Erkenntnisse über die Lebenswirklichkeit in den katholischen Kinder- und Jugendheimen in Württemberg während der Nachkriegszeit.

Betreut wird das Projekt vom Caritasverband der Diözese, durchgeführt vom Stuttgarter Institut für angewandte Sozialwissenschaft (Ifas). Im Februar 2011 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Ziel der Forschung ist nach den Worten von Caritasdirektor Johannes Böcker nicht allein eine "möglichst vollständige quantitative Erhebung und Darstellung der Träger, Einrichtungen und stationären Hilfeformen". Der Anspruch sei vielmehr, die Heimerziehung jener Zeit aus der Sicht von Zeitzeugen - Betroffenen wie Pädagogen - darzustellen, sie in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang zu analysieren, aus diesen Ergebnissen zu lernen und nicht zuletzt daraus Erkenntnisse abzuleiten für die heutige Erziehungspraxis in Heimen. Damit solle ein Bogen geschlagen werden von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft. Gerade die Fragen von Kinderschutz und Kinderrechten seien entscheidend für die Glaubwürdigkeit katholischer Einrichtungen. Dies liegt auch im Interesse der in der diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen der Erziehungshilfe (AGE) zusammengeschlossenen Trägern, die das Forschungsprojekt nachdrücklich unterstützen.

Quelle: Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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