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Jugendforschung

Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur von Jugendlichen: Cyber-Generation mit hohem Risikobewusstsein

Euro-Münzen sind zu einem Turm aufgestapelt.
Bild: © weyo - Fotolia.com

Wie ausgeprägt ist das Interesse junger Menschen an Wirtschaft und Finanzen? Wie gehen sie mit Geld um? Wie sehen ihre Finanzplanung und ihr Sparverhalten aus? Fragen, denen die Jugendstudie 2015 des Bankenverbands auf den Grund geht.

In der aktuellen Studie zur Digitalisierung, zum Wirtschaftsverständnis und zur Finanzkultur von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat die GfK Marktforschung im Auftrag des Bankenverbandes 651 repräsentativ ausgewählte 14- bis 24-Jährige in Deutschland telefonisch befragt.

Ein zentrales Ergebnis: Digitalisierung ist bei jungen Leuten ein absolutes Positiv-Thema. Fast drei Viertel der 14- bis 24-Jährigen sehen in Internet und Digitalisierung hauptsächlich Vorteile für die Gesellschaft, berichtet Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Das bedeute aber keineswegs, dass Jugendliche und junge Erwachsene sorglos mit dem Internet umgehen würden, "denn 6 von 10 jungen Befragten (63 %) haben ein 'ungutes Gefühl', wenn sie persönliche Daten im Internet angeben müssen." So halten junge Leute inzwischen häufiger "sicheres Online-Banking" für ein sehr wichtiges Kriterium (53 %) für die Wahl ihrer Bank.

Das Interesse der Jugendlichen an Wirtschaft habe in den letzten Jahren wieder zugenommen. Rund ein Drittel (34 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen interessiere sich stark oder sehr stark für wirtschaftliche Themen. 2012 waren nur 22 % der Befragten an Wirtschaftsthemen interessiert. "Damals haben wir deutlich die Folgen der Finanzmarktkrise gespürt. Die komplexen und für viele nur schwer verständlichen Negativthemen hatten viele Jugendliche eher abgeschreckt, sich mit ökonomischen Fragen und Finanzthemen zu befassen", bewertet Kemmer diese Entwicklung.

Obwohl sich die Wirtschaftskenntnisse der jungen Leute nun deutlich verbessert haben, weist ihr ökonomisches Wissen noch immer bedenkliche Lücken auf. So zeigt ein auf sieben Wissensfragen basierender Index des Bankenverbandes, dass vier von zehn jungen Befragten (39 %) auf diesem Feld nur schlechte oder gar sehr schlechte Kenntnisse haben. 81 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich laut Befragung "mehr Wirtschaft in der Schule" - ein Fach für das sich der Bankenverband seit vielen Jahren einsetzt.

Was das Finanzverhalten der jungen Generation angeht, kommt die Studie zu dem Ergebnis: Jugendliche kümmern sich gern um ihr Geld; sie tun dies aber eher spontan und unregelmäßig. Zwei Drittel der jungen Leute (65 %) macht es nach eigenen Angaben Spaß, sich mit ihren Finanzen zu befassen.

Und: Die Jugendlichen sind trotz Niedrigzinsen eifrige Sparer, die regelmäßig und ihrem Budget entsprechend durchaus ansehnliche Beträge zurücklegen. Über die Hälfte der jungen Leute (53 %) spart regelmäßig, ein weiteres Drittel (32 %) noch sporadisch "ab und zu". Dabei legen die 21- bis 24-Jährigen durchschnittlich immerhin 236 € im Monat zurück, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es durchschnittlich 36 € im Monat.

Alle Ergebnisse sowie weiterführende Informationen gibt es unter schulbank.bankenverband.de/jugendstudie.

Quelle: Bundesverband deutscher Banken vom 22.07.2015.