Jugendforschung / Nachhaltigkeit

Millennial Survey 2019: Junge Generationen blicken mit Sorge in die Zukunft

Zehn Menschen mit farbigen Kleidungsstücken stehen vor einem blauen Hiintergrund, mit dem Rücken zum Betrachter
Bild: rawpixel.com

Die achte Ausgabe des Deloitte Millennial Survey zeichnet das Bild junger Generationen, die immer pessimistischer in die Zukunft blicken. Befragt wurden in Deutschland 800 und international über 16.400 unter-40-Jährige. In Deutschland ist bei den sogenannten „Millennials“ (Jahrgänge 1983 bis 1994) wie auch bei der nachfolgenden „Generation Z“ (Jahrgänge 1995 bis 2002) eine gewachsene Skepsis zu beobachten, die weit über dem globalen Durchschnitt liegt und seit dem Vorjahr signifikant zugenommen hat. Auch die „Fridays for Future“-Bewegung spiegelt sich in der Studie wider: Klimaschutz ist das Hauptthema für junge Generationen.

Junge Generationen sind pessimistisch, dass sich Lage im nächsten Jahr verbessern wird    

„Trotz globalen wirtschaftlichen Wachstums und vielfältigeren Chancen dank Digitalisierung sind jüngere Generationen zunehmend besorgt über den Zustand der Welt und über ihren Platz darin“, betont Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte. „Wenn die Generationen, die die Zukunft schultern müssen, sich so skeptisch zeigen, ist das ein deutliches Warnsignal – sowohl für Unternehmen, sich stärker auf die veränderten Bedürfnisse einzustellen, als auch an die Politik, die die Weichen für eine Verbesserung der Situation stellen muss.“

Sorge Nummer eins ist der Klimaschutz

Wie auch schon die Mobilisierungskräfte der Bewegung „Fridays for Future“ zeigten, ist der Klimaschutz die größte Sorge der jungen Generationen in Deutschland. Je rund ein Drittel der Millennials und der Generation Z geben an, darüber am meisten beunruhigt zu sein. Darauf folgt Terrorismus, welcher mit 29 Prozent aber 10 Prozent niedriger als im letzten Jahr liegt. Auch die Angst vor politischer Instabilität und Krieg ging leicht zurück.

Die „German Angst“ ist Realität

Nur 10 Prozent der Millennials und sogar nur 7 Prozent der Generation Z glauben an eine Verbesserung der Lage bei sozialen und politischen Themen innerhalb des nächsten Jahres. Das Vertrauen auf eine verbesserte wirtschaftliche Situation sank signifikant auf 13 Prozent bei Millennials und 14 Prozent bei der Generation Z – 2018 lag der Wert bei den Millennials noch bei 35 Prozent. Am ehesten trauen sie der Politik zu, drängende gesellschaftliche Probleme zu lösen. Unternehmen sehen sie hingegen im Wesentlichen fokussiert darauf, ihre eigene Lage als die der Gesellschaft zu verbessern. Trotzdem machen hierzulande nur 28 Prozent der Millennials ihre Geschäftsbeziehungen oder ihr Konsumverhalten von den Auswirkungen von Produkten auf Umwelt und Gesellschaft abhängig.

Deutsche vergleichsweise bescheiden, firmentreu und familienfreundlich

Die Ambitionen bleiben in Deutschland deutlich hinter dem internationalen Durchschnitt zurück, egal ob es um Vermögensaufbau, ein eigenes Haus oder Reisen geht. Auch sind die deutschen Befragten weniger ambitioniert, selbst die Gesellschaft zu verbessern – ob im Kleinen in der eigenen Gemeinde oder im großen Maßstab. Einzig bei dem Wunsch nach einer Familie liegt Deutschland mit 51 Prozent bei der Generation Z vorne.

Auch die Treue zum Arbeitgeber ist hierzulande ausgeprägt: Der Anteil der wechselwilligen Millennials liegt mit 42 Prozent unter dem weltweiten Durchschnitt. 37 Prozent der Millennials sehen sich sogar länger als die kommenden fünf Jahr bei ihrem jetzigen Arbeitgeber. Doch auch alternative Arbeitsformen etablieren sich. Gerade bei der Generation Z steht die Gig-Economy hoch im Kurs: 81 Prozent können sich eine rein auftragsgebundene Anstellung vorstellen.

Gut gerüstet für die digitale Zukunft?

Die Arbeitswelt der Zukunft erfordert neue Kompetenzen. 76 Prozent der Millennials in fester Anstellung hierzulande würden von sich sagen, die nötigen Skills mitzubringen. Im internationalen Vergleich sind die deutschen Millennials weniger besorgt, dass es im Zuge der digitalen Transformation schwieriger wird, einen Job zu finden. Die jüngere Generation Z ist diesbezüglich skeptischer.

Ambivalentes Verhältnis zu Social Media

Mehr als die Hälfte der Millennials und der Generation Z hierzulande glaubt, dass sie eine Reduktion ihres Social-Media-Konsums gesünder und glücklicher machen würde. Dennoch wären je rund 40 Prozent besorgt, wenn sie für ein oder zwei Tage keinen Zugang zu ihren Profilen hätten. Wiederum 54 Prozent der Millennials und 44 Prozent der Generation Z könnten sich aber vorstellen, komplett darauf zu verzichten.

Millennials und die Generation Z sind in Zeiten radikaler Veränderungen in unserem täglichen Leben aufgewachsen. Diese Unsicherheit spiegelt sich in ihren Ansichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wider. Wenn wir wollen, dass diese jungen Generationen der Zukunft optimistischer entgegenblicken, müssen Unternehmen die für sie wichtigen Themen angehen – oder sie riskieren es, diese Talente an Unternehmen zu verlieren, die das tun“, so Nicolai Andersen abschließend.

Weiterführende Infos

Die gesamte Studie und weitere Informationen stehen auf den Seiten von Deloitte zur Verfügung.

Quelle: Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaftvom 10.07.2019

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