Jugendforschung / Europa

Ergebnisse der Umfrage zur Diskriminierung junger Leute veröffentlicht

Einer wird von vielen anderen ausgegrenzt (Grafik mit Papierfiguren).
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Das Europäische Jugendforum hatte europaweit Jugendliche zwischen 18 und 35 Jahren dazu befragt, welche Formen der Diskriminierung sie erleben. Die Ergebnisse zeigen: junge Menschen fühlen sich vor allem aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, aber auch einfach für die Tatsache jung zu sein.

Um auf europäischer und nationaler Ebene Informationen über Altersdiskriminierung und andere Formen der Diskriminierung zu sammeln, hatte das Europäische Jugendforum eine Umfrage unter Jugendlichen zwischen 18 und 35 Jahren durchgeführt. Die Befragung wollte herausfinden, ob und wenn ja in welcher Form junge Europäer/-innen Diskriminierung erfahren und welche Auswirkungen dies auf ihr tägliches Leben hat.

Die Ergebnisse zeigen: Aufgrund ihres Geschlechts fühlen sich die meisten Befragten (34%) diskriminiert, gefolgt von der Tatsache "zwischen 18-24 Jahre alt zu sein" (29.1%). Am dritthäufigsten wurde sexuelle Orientierung (18. 8%) als Ursache für Diskriminierungs-Erfahrungen genannt. Religion und Glaube (18.3%) sowie äußeres Erscheinungsbild (17%) folgen knapp dahinter.

Junge Menschen werden bloß aufgrund ihres Alters diskriminiert, aber wenn andere Faktoren wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, Aussehen und Religion hinzukommen, verschärft sich die Diskriminierung noch. Diese "Mehrfachdiskriminierung" verhindert, dass viele junge Menschen Chancengleichheit beziehungsweise eine echte Gleichstellung erfahren.

Die Umfrage zeigt auch, dass LGBTI-Jugendliche viel eher Diskriminierung erfahren, als jede andere Gruppe. Auch junge Frauen sind besonders "gefährdet", da sie aufgrund von Schwangerschaft und Geburt bei Arbeitgebern als "weniger produktiv" angesehen werden.

Die Studie stellt weiter fest, dass mehr als die Hälfte (53,8%) der Befragten Diskriminierung im Bildungswesen erfahren, 50% bei der Suche nach einem Job, 42% am Arbeitsplatz, 29% bei der Suche nach Unterkünften und 26,6% in der Gesundheitsversorgung.

Basierend auf den Ergebnissen hat das Europäische Jugendforum nun Empfehlungen zur Weiterenticklung politischer Initiativen sowie zu Verbesserung von Antidiskriminierungsgesetzen entwickelt. So fordert es beispielsweise zusammen mit einigen anderen NGOs die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf, eine horizontale Antidiskriminierungsrichtlinie zu entwickeln.

Alle Ergebnisse sowie die Empfehlungen sind in dem Report "Multiple discrimination and young people in Europe" (englisch; PDF 1,4 MB) veröffentlicht.

Quelle: Europäisches Jugendforum

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